Fit für die Deichverteidigung

Mit Hilfe der Füllmaschine füllten (v. l.) Sebastian Glamann und Sebastian Pump-Fenske die Säcke.
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Mit Hilfe der Füllmaschine füllten (v. l.) Sebastian Glamann und Sebastian Pump-Fenske die Säcke.

Für die nächste schwere Sturmflut sind Katastrophenschutzübung von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und DLRG gewappnet.

shz.de von
22. April 2018, 12:00 Uhr

1962 waren sie auf die große Sturmflut nicht vorbereitet. Viele freiwillige Helfer und Feuerwehrleute versuchten damals mit nur wenig Ausrüstung und ohne Ausbildung die Deiche und Küste zu schützen. Inzwischen wird der Ernstfall umfassend geprobt. Erstmals absolvierten daher die Feuerwehrbereitschaften Steinburg und Segeberg, die Flugbeobachter und die technische Einsatzabteilung Segeberg, das THW Kaltenkirchen und Itzehoe sowie die DLRG Itzehoe und Pinneberg eine gemeinsame Ausbildung im Kreis Steinburg.

„Eigentlich war die Idee, dass nur die Feuerwehr-Bereitschaften diese Übung bestreiten, dann aber kamen immer mehr Organisationen dazu“, erklärt Zugführer und Initiator Carsten Tempel von der Feuerwehrbereitschaft Steinburg, der sich über das große Interesse freute. „Da Segeberg unser direkter Nachbar ist, würden wir uns im Katastrophenfall ja auch gegenseitig unterstützen“, betont Tempel. Und schließlich bedeute Katastrophenschutz, auf die für die Abwehr oder Begrenzung von Katastrophen notwendigen Maßnahmen vorbereitet zu sein und schwere Gefahrenlagen wirksam bekämpfen zu können.

Tempel ergänzt, dass man sich bei einer Gemeinschaftsübung nicht nur besser kennen lerne, sondern auch erfahre, wie welche Gruppe arbeite und welche Gerätschaften zur Verfügung stünden. Und mit diesen rückten Sonnabend, aufgeteilt in zwei Gruppen, mehr als 200 Einsatzkräfte in der Kiesgrube Ottenbüttel an. Mehrere Ausbilder zeigten den ehrenamtlichen Helfern an drei Stationen, wie man im Katastrophenfall bei einer Deichverteidigung vorgehen kann.

So wurden vor Ort mit maschineller Unterstützung zunächst Sandsäcke befüllt. Neben der Handhabung der Füllmaschine stand auch das richtige Verschließen, Verpacken und Stapeln der Säcke sowie der Bau eines Sandsackdammes auf dem Plan. Steht jedoch keine Füllmaschine zur Verfügung, müssen Trichter oder andere provisorische Hilfsmittel zum Befüllen herhalten. Dass das noch mehr Knochenarbeit bedeutet, stellten auch André Offermann von der Sülfelder Wehr und Vivadi Gahicv aus Seesten fest, während andere den Aufbau einer Deichfußverstärkung erledigen.

Die letzte Herausforderung für die Einsatzkräfte stellte eine „Beschädigung am Deich“ dar. „Ich hau drauf“, sagte Feuerwehrmann Matthias Schwarzlos und schwang den großen Hammer in die Höhe. Mit Hilfe von Sandsäcken, Faschinen (Reisigbündeln), Pfählen, Krampen und Bindedraht galt es, Schadstellen so zu sichern, dass die Deiche ihre Aufgaben beim nächsten Hochwasser wieder erfüllen können.

Zeitgleich wurde einer weiteren Gruppe in der Feuerwehrzentrale Nordoe theoretischer Unterricht erteilt. Grundlagen zum Hochwasser- und Deichschutz vermittelte Helmut Raß vom THW, Sven Guericke erklärte das Stapeln und Sichern der Sandsäcke auf Paletten. Zufrieden über den Ablauf der Gemeinschaftsausbildung zeigten Carsten Tempel und sein Stellvertreter Torsten Meyer.

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