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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 15:57 Uhr

Docke : Fischmärkte sind nur ein Anfang

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Großes Gelände - wenig Aktionen. Bis jetzt ist auf der Docke in Glückstadt noch nicht viel los. Politiker und Bürger sammeln Ideen.

von
erstellt am 26.Sep.2014 | 11:45 Uhr

Festivals und Open-Air-Veranstaltungen, Grillplatz und Stellplätze für Wohnmobile – die Vorschläge, was auf der neu gestalteten Docke am Außenhafen passieren könnte, sind vielfältig. In einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses Anfang September war klar geworden, dass die Erarbeitung von Konzepten nicht allein bei der Stadt liegen kann. „Die Stadtverwaltung ist keine Event-Agentur“, hatte Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch damals klar gestellt (wir berichteten). In der Folge machten sich Politiker und Bürger Gedanken, wie das Gelände genutzt werden könnte.

Bürgermeister Gerhard Blasberg zeigte sich besonders beeindruckt vom Engagemet einiger Jugendlicher, die ihn in seinem Büro aufsuchten und die Errichtung einer Hindernisbahn für die Trend-Sportart Parkour anregten.

Der Ortsverband der Piraten rief Bürger dazu auf, Ideen einzureichen. So schlug Jan Fischer, Organisator von „Glückstadt rockt“, beispielsweise vor, ein Festival mit Bands verschiedener Musikszenen auf der Docke zu veranstalten. „Dazu sei aber gesagt, dass man für eine solche Unternehmung die volle Unterstützung der Stadt braucht“, schreibt er in seinem Vorschlag. Weitere Ideen lauteten, eine öffentliche Grillfläche einzurichten, den Jahrmarkt auf die Docke zu verlegen, ein Farbenfest nach dem Vorbild der modernen Holi Festivals of Colour zu veranstalten oder eine Minigolf-Anlage einzurichten.

Dr. Siegfried Hansen, Sprecher der Piraten, kommentiert: „Ich begrüße die rege Teilnahme aller Akteure.“ Gleichzeitig warnt er davor, die „Geburtsfehler“ bei der Planung der Docke zu wiederholen und in „blinden Aktionismus“ zu verfallen. Hansen plädiert dafür, „ein wirtschaftliches und touristisches Gesamtkonzept zu entwickeln.“ Dafür wollten die Piraten bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen Mittel einwerben.

Auch die Fraktion der Grünen erarbeitete eine Liste von Vorschlägen. Laut Sprecherin Christine Berg hätten sich die Politiker an Vorgaben orientiert wie „geringe Kosten, Machbarkeit und breit gefächerte Zielgruppen“. So entstanden unter anderem die Ideen, ein Beach-Volleyball-Feld einzurichten, ein Open-Air-Kino anzubieten, historische Märkte zu veranstalten oder – im Rahmen der Integrationsbemühungen – ein Sommerfest der Kulturen zu veranstalten.

Die örtliche FDP sieht ein Potenzial in den Wohnmobilisten, die bislang nur auf einem kleinen Stellplatz an der Nordermole parken dürfen. „Der bisher unbebaute Nordteil der Docke könnte als Wohnmobilplatz hergerichtet werden“, sagt FDP-Sprecher Klaus Bornemann. Ein gleich lautender Vorschlag der FDP war von der Politik bereits im vergangenen Jahr abgelehnt worden. Die FDP hält weiter an der Idee fest. Sie bezieht sich auf das etwa 5000 Quadratmeter große Gebiet, das direkt an den neu gestalteten Themenpark Fisch angrenzt und noch innerhalb der jetzigen Umzäunung liegt. „Die Wohnmobilisten werden bisher bei den Planungen der Stadt kaum beachtet“, stellt Klaus Bornemann fest. Im Gegensatz zu punktuellen Veranstaltungen würden sie für eine fast ganzjährige Nutzung der Docke sorgen, reiche doch die Camping-Saison von Ende Februar bis Anfang Oktober. Zudem würden sie durch eine Stellplatzgebühr einen Kostenbeitrag leisten.

Grundsätzlich gehe es der FDP darum, Gäste zu finden, die bereit seien, für die Nutzung der Docke zu zahlen. Eine solche Chance böten auch Veranstaltungen. „Die Auslastung durch Fischmärkte war nur ein Anfang“, meint Bornemann. „Betreiber für weitere Events zu finden, wird uns noch eine Weile beschäftigen. Aber aussichtslos ist es durchaus nicht.“

Über die lange Liste von Vorschlägen wird bei der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 18. November weiter beraten. Bürgermeister Gerhard Blasberg erkennt im Moment zwei Schwerpunkte bei den Ideen: Zum einen könne die Docke als Erlebnisfläche, zum anderen als Platz für Veranstaltungen genutzt werden. Im Rahmen der Haushaltsberatungen müsse nun entschieden werden, wie es weitergehe.

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