zur Navigation springen

Geschichte : Finnische Recherche in Hohenlockstedt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Journalist Staffan Bruun und Fotograf Leif Weckström sind auf den Spuren der finnischen Jäger. Für eine Berichterstattung in ihrer finnischen Zeitung recherchierten sie in Hohenlockstedt.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 21:00 Uhr

Rund 250 Besucher aus Finnland verzeichnet das Museum am Wasserturm in Hohenlockstedt. Kein Wunder, widmet der Verein für Kultur und Geschichte von Hohenlockstedt im ehemaligen Pumpenhaus doch eine ganze Abteilung der finnischen Vergangenheit der Gemeinde – besonders dem Lockstedter Lager, in dem Anfang des 20. Jahrhunderts die finnischen Jäger ausgebildet wurden. Gestern begrüßten Achim Jarbusch und Ursel Kreuzmann vom Kulturverein sowie der stellvertretende Bürgermeister Lothar Schlutz zwei besondere Gäste aus dem hohen Norden.

Journalist Staffan Bruun und Fotograf Leif Weckström waren am Montagabend aus Finnland angereist, um anlässlich des 100. Jahrestags des Ausbruchs des 1. Weltkriegs für einen Artikel zu recherchieren. Im Hufvudstadsbladet, der größten schwedischsprachigen Zeitung in Finnland, wo es eine große schwedische Minderheit gibt, soll eine mehrseitige Berichterstattung erscheinen, die einen großen Teil über Hohenlockstedt beinhaltet. Da war für Bruun klar, dass Eindrücke direkt vor Ort gesammelt werden mussten.

Mit Ursel Kreuzmann hatten der Journalist, der bei seiner Zeitung für alle bedeutenden Geschichtsthemen zuständig ist, und der Fotograf eine kompetente Betreuung, die auf alle Fragen eine Antwort wusste und den Besuch zu allen relevanten Orten in der Gemeinde führte. Vom Ehrenmal ging es über die Finnische Allee bis zu dem Gebäude, wo einige der finnischen Jäger einst untergebracht waren. Aber auch der See zwischen den Bäumen, an dem viele Finnen damals ihre Freizeit verbrachten, stand auf der Besichtigungstour. „Er erinnerte viele an ihre Heimat“, berichtet Kreuzmann. Auch eine Stärkung war eingeplant – natürlich dort, wo die Vorfahren der heutigen Betreiberin Anfang des 20. Jahrhunderts für die Finnen gekocht haben.

Dass der 100. Jahrestag des 1. Weltkriegs und vor allem die Vergangenheit des Lockstedter Lagers in Finnland von so großer Bedeutung sind, hängt mit den folgenden Auswirkungen zusammen: Die finnischen Jäger, die in Hohenlockstedt ausgebildet wurden, waren nicht unmaßgeblich daran beteiligt, dass Finnland seine Unabhängigkeit erkämpfte. „Die 1800 Männer hier aus dem Lager waren der Grundstein für die finnische Armee“, erklärt Staffan Brunn. Auch heute noch finde man in vielen finnischen Armeeeinrichtungen Erinnerungen an das Lockstedter Lager.

Der Traditionsverein Jägerbataillon 27 aus Finnland kümmert sich um die Ausstellung in Hohenlockstedt. Das Gründungsjubiläum des Vereins wird noch dieses Jahr in Helsinki groß gefeiert. Und dann wird eine Delegation aus Hohenlockstedt zum Gegenbesuch nach Finnland reisen.


>Die aktuelle Ausstellung „Helm ab zum Gebet – 100 Jahre Ausbruch Erster Weltkrieg“ im Museum am Wasserturm in Hohenlockstedt wurde verlängert. Die Schau des Museums des Vereins für Kultur und Geschichte ist jetzt noch bis zum 6. April zu sehen. Ergänzt wird die Schau vom 23. November bis bis zum 23. Januar noch um das Thema „Weihnachten 2014“.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen