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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 12:28 Uhr

Filme aus der Vogelperspektive

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Karsten Schröder begleitet mit seinem kleinen Quadrocopter Veranstaltungen

Ein kurzes Piepen, die Positionslichter unter den vier Propellern blinken – und surrend steigt das Fluggerät auf. Die darunter befestigte Kamera liefert Karsten Schröder Fotos in zwölf Megapixeln Auflösung oder Videos in 4k-Qualität direkt auf einen kleinen Tablet-PC, der über der Steuerung des Geräts befestigt ist. Nein, betont der 36-jährige Brunsbütteler, er sei kein Drohnenpilot. Das klingt ihm viel zu martialisch. „Das gefällt mir nicht. Ich steuere einen Quadrocopter, das höre ich lieber.“ Inzwischen ist der Chemikant dabei, sich in der Region einen Namen zu machen, wenn es um Luftbilder geht.

Stolz zeigt er ein Video von seinem ersten Flug: Geradezu professionell schwebt sein Quadrocopter, benannt nach den vier kleinen Rotoren, die das 1,2 Kilogramm schwere Fluggerät auf bis zu Tempo 60 beschleunigen können, um ein Cabrio. Werbung aus der Autoindustrie sieht auch nicht viel anders aus. Für Karsten Schröder ist es aber ein Hobby, seinen Quadrocopter aufsteigen zu lassen. Vor sechs Wochen hat er sich den weißen Flieger zugelegt. Für 1400 Euro kein Schnäppchen, wie er zugibt. Erste Videos zeigen Impressionen vom Brunsbütteler Kanalgeburtstag oder der Wattolümpiade. Er postete seine Beiträge auf Facebook, lud Videos auf seinen eigenen Youtube-Kanal hoch. Inzwischen interessieren sich auch Unternehmen für seine Arbeiten. So soll der 36-Jährige am 19. August die Taufe einer der beiden Elb-Link-Fähren in Cuxhaven filmen. Sogar ein Golfclub aus der Region hat sich schon nach seien Diensten erkundigt, würde das Grün gern mal aus der Vogelperspektive präsentieren. Sobald Honorare fließen, sagt er, beginne sich das Hobby zu rechnen.

„Mit Zwölf hatte ich meine erste Kamera“, erzählt Schröder. Seitdem hat ihn das Filmen nicht mehr losgelassen. Seine Ausrüstung beinhaltet sogar einen Kamerakran. Doch seit er sich im Frühsommer die „Phantom 3 Professional“ zugelegt hat, erscheint der Kran nicht mehr so notwendig. Schließlich ermöglicht ihm der Quadrocopter viel mehr Beweglichkeit.

Seit 2009 schon hat Karsten Schröder einen Gewerbeschein. Korrekt geht es auch bei seinen Flügen zu. So kann er die Erlaubnis der schleswig-holsteinischen Luftaufsicht vorweisen, informiert bei geplanten Flügen Ordnungsamt und Polizei und hat eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. „Es gibt zu viele schwarze Schafe“, sagt der 36-Jährige. „Die fliegen einfach los und halten sich nicht immer an die Regeln.“ Die besagen unter anderem, dass diese Fluggeräte nicht höher als 100 Meter aufsteigen dürfen (500 sind machbar) und stets Blickkontakt bestehen müsse – 2000 Meter kann sich Schröders Quadrocopter entfernen. Auf Nummer sicher geht er auch, wenn jemand sein Grundstück von oben fotografiert haben möchte. „Dann empfehle ich, die Nachbarn zu informieren.“ Die könnten sonst schnell das Gefühl bekommen, da wolle jemand in ihre Privatsphäre eindringen. „Ich mache das ja nicht, um irgendwo zu spionieren.“ Wie bei seinem Flieger gilt auch für ihn die Devise, im Zweifel nach vorn zu preschen. „Wenn Leute skeptisch sind und ich dann zeige, was man damit machen kann, reagieren sie mit Verständnis.“

Pläne für mögliche Videos in, oder besser über, der Schleusenstadt hat Karsten Schröder genug. Windparks, Locations an Elbe und Kanal – es gebe zahllose Motive. Sicher ist für den 36-Jährigen aber eins: Es soll ein Hobby bleiben. Seinen Broterwerb im ChemCoast Park will der Familienvater nicht aufs Spiel setzen.

> Kontakt: karsten.schroeder.2@gmx.de

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erstellt am 06.Aug.2015 | 10:23 Uhr

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