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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 01:47 Uhr

Film-Projekt: Noch fehlen 15 000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach intensiven Recherchen will Regisseur Kai Ehlers ein Portrait über Ernst Otto Karl Grassmé aus dem Horster Moor drehen

von
erstellt am 19.Jan.2016 | 12:01 Uhr

Wer war Ernst Otto Karl Grassmé? Im Sommer hatte der Berliner Regisseur Kai Ehlers über unsere Zeitung zur Mithilfe aufgerufen, um seine Recherchen über den Eigenbrötler aus dem Horster Moor voranzutreiben. Nun möchte er daraus einen Film machen. Ein ungewöhnliches und engagiertes Unterfangen, da Grassmé vor 25 Jahren verstarb. Zum Gelingen des Projektes kann nun jeder beitragen, indem er sich an einer Crowdfunding-Aktion beteiligt.

Von Grassmé oder EOK, wie ihn seine Freunde nannten, erfuhr Ehlers vor zwei Jahren an einem Filmclub-Abend im M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung. Die Sache begeisterte ihn. Etliche Recherchen (gefördert von der Filmwerkstatt Kiel) und viele Gespräche später möchte der Regisseur nun seine Informationen in einem Dokumentationsfilm zusammentragen und dabei auch der Faszination um diese Figur nachspüren. „EOK war vieles für diejenigen, die ihm begegnet sind: Waldschrat, Unikum, Projektionsfläche. Unterhalter und Unterhaltung“, schreibt Ehlers dazu. Grassmé nannte sich beispielsweise Altonaer Bürgermeister im Exil und hielt Kontakt zu einer Reihe jugendlicher „Sekretärinnen“. „Nach seiner Zwangssterilisierung im Dritten Reich kämpfte er dreimal erfolglos um Wiedergutmachung, bis er durch seine Entmündigung daran gehindert wurde weiterzumachen“, weiß Ehlers inzwischen. Eigentlich hätte Grassmé aufgrund seiner Schizophrenie in einer Heilanstalt leben können, er entschied sich aber dafür, allein im Moor zu leben. Arbeitstitel des Films war „Der Narr vom Bokelsesser Moor“. Inzwischen hat Ehlers entschieden, ihn „Ernst Otto Karl Grassmé – Portrait eines souveränen Menschen“ zu nennen. Dabei entwickelt sich aus der unbestimmten Faszination für eine skurrile Person das Bild einer komplexen Lebensgeschichte. Und die Frage nach dem, was ein souveränes Leben ausmacht, bekommt eine andere Tiefe.

Regisseur Kai Ehlers schätzt die Produktionskosten auf 57  000 Euro. Den Großteil davon tragen die Filmwerkstatt Kiel, die Arthur-Boskamp-Stiftung und Ehlers selbst. Von den fehlenden 15  000 Euro möchte er die Hälfte über „Nordstarter“ zusammenbekommen. Dabei handelt es sich um die Crowdfunding Plattform der Hamburg Kreativ Gesellschaft, bei der Ideenhaber und Projektunterstützer gemeinsam das kreative Leben voranbringen können. Mehr als 200 Projekte konnten so erfolgreich unterstützt werden. 14 sind zurzeit aktiv, drei befinden sich in der Startphase. Ehlers’ Finanzierungszeitraum läuft bis 18. Februar um 23.59 Uhr. Bis dahin hat jeder die Chance, einen kleinen Teil für das Zustandekommen dieses Projektes beizutragen, das dann bis zum Herbst realisiert werden soll.

Über die reine Lieferung zur Aktenlage des Eigenbrötlers Grassmé zielt der Film hinaus. Ehlers treiben Fragen um wie „Welche Rolle spielt unsere Erinnerung und auch die Lücken, die sie hat? Wie bewerten wir sie heute und wie machen wir sie fruchtbar für die Entscheidungen, die wir für die Zukunft zu treffen haben?“  
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Weitere Infos zum Filmprojekt und zur möglichen finanziellen Unterstützung unter dem Link https://www.nordstarter.org/eok-portrait

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