Filialnetz bleibt erhalten

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Sparkasse Westholstein will in den kommenden fünf Jahren keine weiteren Standorte schließen

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03. März 2018, 16:20 Uhr

In Sektlaune präsentierte sich der Vorstand der Sparkasse Westholstein nicht. „Es ist sicherlich kein gutes Ergebnis“, sagte der Vorsitzende Achim Thöle im Rahmen der Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2017. „Vor dem Hintergrund der Entwicklungen auf dem Finanzmarkt haben wir ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“, sagte er.

Aus dem Zahlenwerk, das noch unter dem Vorbehalt einiger Prüfungen steht, folgerte Thöle zumindest eine robuste Basis für eine herausfordernde Zukunft auf dem Finanzmarkt. Und die könnte auch für die Sparkasse schmerzhaft werden. „Wir müssen uns weiter auf rückläufige beziehungsweise stagnierende Betriebsergebnisse einstellen“, blickte er voraus. Für 2017 stieg die Bilanzsumme zwar um 48 Millionen Euro auf 3,64 Milliarden. Der Bilanzgewinn indes gab im Vergleich zum Vorjahr mit 2,76 Millionen Euro leicht nach. Gegenläufig lesen sich auch die Zahlen im Kreditgeschäft. Die Summe der vergebenen Kredite stieg um 11 Millionen Euro auf 3,02 Milliarden, während es im Kreditneugeschäft ein Absinken von 556 Millionen Euro in 2016 auf 420 Millionen Euro im vergangenen Jahr zu verzeichnen gab. Insgesamt liegt die Sparkasse Westholstein damit leicht über ihrem geplanten Ergebnis. „Es ermöglicht es uns, unsere Rücklagen weiter zu stärken“, so der Vorstandsvorsitzende.

Achim Thöle appellierte an die Kunden, die Altersvorsorge nicht zu vernachlässigen: „Nur in Zeiten zu sparen, in denen die Zinslage gut ist, ist der falsche Weg.“ Nötig seien umfassende Informationen und Beratungen über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten. Dafür stehen massive Investitionen in neue Produkte und den digitalen Service an. So laufen die Planungen für eine so genannte virtuelle Filiale. Ende dieses, spätestens mit Beginn des neuen Jahres soll diese an den Start gehen. Dort stehen den Kunden zukünftig erweiterte Möglichkeiten zur Verfügung. Beratungen per Telefon, Internet, Text- und Video-Chat wird es dann geben. Das digitale Beratungsangebot bis hin zum Vertragsabschluss soll sich auf alle Produkte erstrecken, die auch in den Filialen zur Verfügung stehen. Dennoch betont Thöle: „Herzstück bleiben unsere Filialen mit unseren Beraterinnen und Beratern vor Ort.“ Man passe sich dem veränderten Kundenverhalten an, und das werde immer flexibler.

Nach zwei Wellen von Standortschließungen in 2009 (10 Filialen) und 2017 (16 Filialen) versprach der Vorstandsvorsitzende seinen Kunden Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre. „In diesem Zeitraum wird es keine weiteren Schließungen geben.“ Da gilt auch für den Standort in Meldorf. Dort könnten zwar in absehbarer Zeit 26 der aktuell 56 Mitarbeiter nach Itzehoe verlegt werden. „Dabei handelt sich aber um Kollegen aus dem so genannten Marktservice, die nicht im Kundengeschäft tätig sind“, sagte Vorstandsmitglied Michael Burmeister. Für den Kunden in Meldorf ändere sich gar nichts. Auch ein Umzug stehe nicht zur Debatte, betonte Burmeister. Wie bei anderen frei werden Gebäuden auch, könnten Teile der eigenen Immobilien verkauft oder vermietet werden.

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