zur Navigation springen

St. Margarethen : Feuerwehr von Kleinigkeiten genervt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wehrführer ermahnt Bevölkerung zu mehr Eigeninitiative: Nicht bei jedem Ast auf der Straße gleich Alarm schlagen.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 05:44 Uhr

Wenn heute Nachmittag Sturmtief „Sebastian“ mit bis zu 110 Stundenkilometern über die Wilstermarsch fegt, könnte es auch für einige freiwillige Feuerwehren wieder ungemütlich werden. Mitunter müssen sie nämlich schon für Kleinigkeiten ausrücken, wie St. Margarethens Wehrführer Jörg Göttsche klagt. Für ihn ist es zwar keine Frage: Wenn Menschen in Gefahr sind oder auch nur große Bäume die Fahrbahn blockieren, sind die Helfer nicht nur schnell, sondern auch gerne zur Stelle. Mitunter riefen Bürger allerdings auch schon an, wenn nur ein Ast auf der Straße liegt.

Ein aktuelles Beispiel nervt ihn besonders. Beim ersten böigen Wind vor etwa zwei Wochen hatte es einen Ast auf die Kreisstraße 63 zwischen St. Margarethen und Büttel geweht. Autofahrer schlugen Alarm, die Einsatzleitstelle in Elmshorn stufte den Fall als technische Hilfeleistung ein und setzte die Feuerwehr in Marsch. Die St. Margarethener rückten nichtsahnend innerhalb weniger Minuten mit zwei Fahrzeugen und zwölf Mann Besatzung an. Zu dieser Tageszeit, es war gegen 15 Uhr, hatten zahlreiche Helfer sogar noch auf ihren jeweiligen Arbeitsstellen alles stehen und liegen gelassen.

Vor Ort entpuppte sich der Notfall als sehr überschaubares Problem. Mit wenigen Handgriffen war der Ast von der Straße geräumt. Was Jörg Göttsche besonders wurmt: Das Geäst habe lediglich einen halben Meter weit in die Fahrbahn geragt, die noch dazu Einbahnstraße ist. Man hätte also bequem vorbeifahren können. Stattdessen hätten dort gleich drei Autofahrer zum Teil noch mit dem Handy am Ohr auf das Eintreffen der Feuerwehr gewartet.

Der Wehrführer betont nun, dass die Kameraden alle freiwillig im Dienst seien. Mitunter müssten sie die Zeit, die sie am Arbeitsplatz fehlten, auch noch nacharbeiten. „Man muss nicht bei jeder Kleinigkeit sofort die Feuerwehr rufen“, ermahnt Göttsche daher die Bevölkerung zu mehr Augenmaß und Eigeninitiative. So ein Fall wie jetzt nehme keine Minute in Anspruch. „Das sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand.“ Die Leitstelle habe am Ende gar keine andere Chance, als gleich ein Großaufgebot an Helfern in Marsch zu setzen – auch, weil es Vorschriften für die Besetzung der Fahrzeuge gebe. In den vergangenen Jahren, so weiß Jörg Göttsche auch aus anderen Feuerwehren, habe es immer wieder solche Einsätze gegeben. „Und die Saison fängt ja erst an.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen