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Festkommers : Feuerwehr Sarlhusen feiert 125. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

125 Jahre besteht die Feuerwehr Sarlhusen - das wird Sonnabend gefeiert

„Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Verein gesunder tatkräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernehmen, sich durch regelmäßige Übungen bei militärischer Disziplin die Gewandtheit, den Mut und die Ruhe anzueignen, welche nötig sind, um bei Feuergefahr möglichst rasch und in zweckmäßiger Weise Hilfe leisten zu können.“ So steht es in alten Aufzeichnungen aus der Gründungszeit – vor 125 Jahren. Nun feiert die Sarlhusener Feuerwehr am Sonnabend, 15. August, ihr Jubiläum – mit einem Festkommers.

Am 12. Dezember 1889 wurden der Aufbau einer Feuerwehr und die Anschaffung einer Spritze beschlossen, und am 14. Dezember folgte die Gründungsversammlung mit 25 Mitgliedern. Hauptmann wurde der Bauer Johann Hinz, sein Stellvertreter Ernst Schöppmann. Der Plan wurde am 6. Februar 1890 von der königlichen Regierung genehmigt.

Die erste Spritze war eine Karrenspritze mit 300 Liter in der Minute, „wenn acht Mann im selben Zeitraum 55 Mal pumpten“. Heute besitzt die Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit 750 Liter Wasser und einen Mannschaftsbus für acht Personen.

Das erste Spritzenhaus wurde am Mühlenberg / Dreiangeln aus Holz errichtet. 1974 wurde an gleicher Stelle ein größeres Gerätehaus gebaut, weil das neue Feuerwehrauto nicht in das alte hinein passte. Währenddessen stand es bei einem Landwirt unter. Seit 1994 ist die Feuerwehr an der Hörn 6 untergebracht. Auch dort wurde fast alles in Eigenleistung errichtet.

Ausgerückt sind die Feuerwehrleute auch in die Nachbargemeinden, wie zu einem Großbrand nach Brokstedt im Gründungsjahr 1890, zum Flutkatastropheneinsatz nach Brokdorf 1976 sowie zum Hochwasser-Einsatz nach Kellinghusen 2011 und Wrist 2014. Und auch das bleibt unvergessen: Durch einen Defekt an der Förderpumpe wurde am 31. Dezember 1977 die Wasserversorgung der Gemeinde lahm gelegt. Ein harter Winter mit viel Schnee machte die Ersatzteilbeschaffung samt Monteur schwierig. Die Feuerwehr hat bis zur Instandsetzung am 4. Januar die Wasserversorgung vom Bohrbrunnen aus übernommen.

Vielen in Erinnerung geblieben ist auch ein Großfeuer in einer Maschinenhalle, wo Maschinen im Wert von drei Millionen Euro gerettet werden konnten. „Da waren wir noch ohne Atemschutz“, erinnert sich Wehrführer Jens Reimers. Auch der Großbrand eines landwirtschaftlichen Betriebes in Sarlhusen im Jahr 2003 blieb ihm in Erinnerung, als 20 Kühe nicht gerettet werden konnten.

Viele Kameraden sind aus der seit 40 Jahren bestehenden Jugendwehr übernommen worden. Die Mitgliederzahlen sind so mit kleinen Schwankungen fast immer stabil geblieben oder sogar gewachsen. Bestand die Wehr 1970 aus 40 Aktiven, acht Fördermitgliedern und drei Ehrenmitgliedern, so sind es heute 53 Aktive, 32 Fördernde und 14 Ehrenmitglieder. Auch einen Amtswehrführer stellte Sarlhusen bereits: Wilfried Johannisson übte dieses Amt 18 Jahre lang aus.

Der gute Zusammenhalt und der Ehrgeiz in der Wehr führte ebenso zu zahlreichen Auszeichnungen. Selbst als die Wehr 2005 noch das Goldene Beil absolvieren wollte, aber feststellte, dass vorher noch das Silberne Schild fehlte, holten sich die Sarlhusener vom Landesfeuerwehrverband eine Sondergenehmigung innerhalb eines Jahres (üblich war eine Zweijahresfrist), um beide Prüfungen zu absolvieren – und bestanden.

Nächstes Ziel: „Den dritten Stern für den Roten Hahn“, meint Wehrführer Jens Reimers lächelnd.






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