Alarm in Glückstadt : Feuerwehr in Nöten

Die Tore werden langsam zu eng für die großen Fahrzeuge.
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Die Tore werden langsam zu eng für die großen Fahrzeuge.

Wache hat hohen Investitionsbedarf – Wehrführer Ties Tießen plädiert für Zentrum mit Polizei und Rettungsdienst.

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17. April 2018, 05:00 Uhr

Die Feuerwache ist zu klein geworden. Im Hinblick auf den Bau des Elbtunnels wird die Anlage an der Christian-IV-Straße nicht mehr ausreichen. Deshalb ist Wehrführer Ties Tießen Befürworter eines so genannten BOS-Zentrums (Behörden und Organisatoren mit Sicherheitsaufgaben). In einem modernen Komplex gemeinsam mit Polizei und Rettungswache untergebracht sein – das wäre aus seiner Sicht optimal.

Den Bau am jetzigen Standort zu erweitern, kommt nicht in Frage. Vor der heutigen Feuerwache ist ein großes Haus gebaut worden, die ersten Bewohner sind gerade eingezogen. Damit fällt eine Erweiterung auf dem ehemaligen Gelände der Stadt weg. Tießen ist es ein Rätsel, warum die Stadt das Areal 2011 verkauft hat. „Wir haben keine Lagermöglichkeiten mehr“, beklagt er. „Wir lagern jetzt viel in Gitterboxen“, erklärt der Wehrführer. Schwierig ist zudem die Enge in den Umkleidekabinen der Männer.

Rund 1,4 Millionen Euro müssten an dem Standort an der Christian-IV-Straße hineingesteckt werden. „Das wäre dann nur das Notwendigste“, so Tießen. „Es macht keinen Sinn.“ Ein neuer gemeinsamer Standort für die Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst wäre sinnvoller. Optimal wäre aus seiner Sicht das gegenüberliegende Gelände, welches heute der Nölke-Stiftung gehört. „Jetzt haben wir einen Flickenteppich“, sagt er zu den weit auseinander liegenden anderen Standorten mit der Polizei in der Königstraße und der Rettungswache am Janssenweg. „Alle müssen viel Geld investieren, um zukunftsfähig zu bleiben.“ Der geplante Elbtunnel und die A20 spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die jetzige Feuerwache wurde 1990 eingeweiht. „Damals war der Bau ein großer Schritt, aber nicht weitsichtig genug.“ Nicht nur die Größe der Fahrzeuge habe sich verändert, sondern auch die Aufgaben. „Mit der A 20 wird mehr Gewerbe in die Region kommen, und es kommen auch mehr Menschen. Da kommen ganz andere Aufgaben auf uns zu.“

Die Stellplätze der Feuerwehrwagen entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Tiefe, Breite und Höhe der Garage stimmen nicht mehr. Es muss vor allem die Durchfahrtsbreite der Tore verändert werden. Neu gemacht werden müssen auch der Schulungsraum, der zu klein ist, die Waschhalle, die Heizung, die Fenster und anderes.

„Wir haben uns jetzt für provisorische Maßnahmen entschieden“, sagt Bauamtsleiter Lüder Busch. Grund ist: Die Politik hat sich für eine Machbarkeitsstudie entschieden. Deshalb wird nur das gemacht, was gemacht werden muss. Als Beispiel nennt er „die Ertüchtigung der Abgassauganlage“ und die Abwasserleitung.

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