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Übung : Feuerwehr-Ausbildung kennt keine Kreisgrenzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wohnungs-Brand im ersten Stock, Unfallfahrer im Auto eingeklemmt: Sieben verschiedene Szenarien probten die Feuerwehren aus Horst und Albersdorf.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Eine 16-köpfige Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Horst/Holstein, verstärkt durch eine Gruppe der Feuerwehr Albersdorf, erlebte im Dithmarsenpark in Albersdorf einen arbeitsreichen und interessanten Ausbildungstag. Jörg Schönfeld, seit 21 Jahren Mitglied der Feuerwehr Horst und dortiger Gruppenführer, hatte die Idee dazu. Durch seine Arbeitsstelle in der ehemaligen Kaserne der Bundeswehr – jetzt Ditmarsenpark – kennt er das Gelände gut. Zusammen mit Björn Surdyk aus der Wehr Albersdorf arbeitete er sieben Szenarien aus, die den Brandschützern körperlich und taktisch einiges abverlangten.

Die 26 Einsatzkräfte konnten bei den Aktionen auf drei Löschgruppenfahrzeuge zurückgreifen, die sowohl eine Ausrüstung für die Brandbekämpfung als auch für die technische Hilfeleistung an Bord hatten. Nach einer theoretischen Einweisung begannen die Übungen. Vormittags standen drei Szenarien des Feuerlöschens auf dem Programm. Zunächst galt es einen Kellerbrand im Heizungsraum bei starker Rauchentwicklung durch Nebelmaschinen zu bekämpfen. Als dabei das Treppenhaus nach Einsturz nicht mehr als Rückweg zur Verfügung stand, mussten sich die Atemschutzgeräteträger einen Rettungsweg im weitläufigen Keller suchen.

Ein Küchenbrand mit zwei vermissten Personen im ersten Geschoss eines Wohnblocks forderte danach die Kräfte der Feuwerwehrleute. Teilweise über Steckleitern, teilweise durch das Treppenhaus vordringend, galt es, in den verqualmten Räumen die Personen zu finden – und das alles kriechend. Bei der abschließenden Zugübung mit allen drei Fahrzeugen waren die Kräfte noch einmal besonders gefordert. Realistisch vorbereitet, war es die Aufgabe der Zug- und Gruppenführer, einen über zwei Wohnungen entwickelten Brand im zweiten Geschoss mit fünf eingeschlossenen Personen in den Griff zu bekommen. Etliche Atemschutztrupps, Mannschaften, die die Wasserversorgung aufbauten, Kräfte, die die Verletztenbetreuung übernahmen, die Einsatzleitung. Als dann noch eine Mayday-Meldung hinzukam, musste der Einsatzablauf neu disponiert werden.

All das geschah unter den Augen der Übungsleitung von Jörg Schönfeld, Björn und Thomas Surdyk. Sie kritisierten und lobten die Maßnahmen, nachdem alle Aufgaben abgearbeitet waren.

Nach einem Mittagessen starteten die Übungen zur technischen Hilfeleistung. Vier verschiedene Unfälle waren vorbereitet: Ein Pkw in Dachlage mit eingeklemmten Fahrer, zwei frontal aufgefahrene Autos mit darin befindlichen Personen, Seitenaufprall eines Fahrzeugs auf ein stabiles Hindernis mit eingeklemmtem Beifahrer und ein zwischen Containern eingeklemmter Van, der geöffnet werden musste. Mit Bagger und Gabelstapler waren die Fahrzeuge so deformiert worden, dass die Retter realistische Bedingungen vorfanden. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gelangt es im schweißtreibenden Einsatz besonders mit Rettungsschere, -zylindern und -spreizern die Personen zu befreien. Jeder Verkehrsunfall war anders, jedes Mal mussten die Hilfskräfte neu überdenken, welches die beste und patientenschonenste Methode der Befreiung war.

Nach den Übungen wurde in der Manöverkritik über die Rettungsmethoden gesprochen. Möglich wurde der Ausbildungstag durch die Eigentümer des Dithmarsenparks, Steffen Vollert und Markus Boldt, die die Feuerwehr unterstützt hatten. Ein weiterer Dank galt einigen ortsansässigen Kfz-Betrieben, die die benötigten Unfallfahrzeuge zur Verfügung stellten.

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