Brandschutz : Feuerwache viel zu klein

Räumliche Enge zwischen den Fahrzeugen : Der Hauptausschuss beim Besuch in der Feuerwache Süd. Rechts: Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Links: Ratsherr Bernd Wutkowski (SPD).
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Räumliche Enge zwischen den Fahrzeugen : Der Hauptausschuss beim Besuch in der Feuerwache Süd. Rechts: Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Links: Ratsherr Bernd Wutkowski (SPD).

Weil Platz für einen Neubau fehlt, schwebt der Stadt eine Kooperation zwischen Freiwilliger Wehr und Werksfeuerwehren vor.

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05. Dezember 2014, 11:35 Uhr

Wie geht es weiter mit dem Brandschutz auf der Südseite der Stadt Brunsbüttel? Vor dieser Frage steht die Selbstverwaltung der Schleusenstadt, deren Hauptausschuss sich am Mittwochabend ein Bild von der Situation in der Feuerwache machte.

Eines wurde schon bei der Besichtigung des Gebäudes in der Festgestraße deutlich: Es platzt aus allen Nähten und erfüllt nicht mehr die Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse und des Brandschutzgesetzes. In der Fahrzeughalle haben nur zwei Einsatzfahrzeuge Platz: Ein TLF 40 und ein TLF 16. Es fehlt Raum für ein modernes TLF 60, das für den Brandschutz im Elbehafen einsatzbereit sein muss. „Weil es wegen seiner Größe nicht in die Fahrzeughalle auf der Südseite passt, ist es auf der Nordseite untergebracht“, machte Wehrführer Bernd Meier den Stadtpolitikern bewusst. Und der Feuerwehrchef wies darauf hin, dass wegen der räumlichen Enge die Besetzung der Fahrzeuge in der Feuerwache Süd nicht möglich sei. Das sei wegen der Stolpergefahr von der Feuerwehrunfallkasse untersagt worden. Folge: Die Einsatzkräfte müssen sich deshalb im Haus für den Einsatz ankleiden und können erst draußen in ihre Fahrzeuge steigen.

In dem Wachgebäude sind zwölf Einsatzkräfte und die hauptamtlich besetzte Wachabteilung untergebracht. Für sie wurden im Obergeschoss die Räume von zwei früheren Wohnungen umgestaltet, während im Untergeschoss die technischen Räume vorgehalten werden. Oben sind die gesamte Administration, die jeweils von vier Hauptamtlern besetzte Wache sowie der Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz der Stadtverwaltung untergebracht. Dazu gehören auch die Bereiche Schiffssicherung und Schiffbrandbekämpfung.

Stolz präsentierte Wehrführer Bernd Meier den mit Unterstützung des Fördervereins und mit Eigenleistung der Feuerwehrleute renovierten Gruppen- und Schulungsraum. Dagegen ist die Unterbringung von Werkstätten in zwei neben dem Wachgebäude aufgestellten Containern nur eine Notlösung. Stephan Zollmer berichtete als Fachdienstleiter, dass hier neben rund 400 Feuerlöschern aus den Schulen auch weitere Löschgeräte aus dem Brandübungsplatz des Kreises Dithmarschen geprüft und gewartet werden. „Damit kommen wir im Jahr auf rund 2000 Überprüfungen“, rechnete Zollmer vor. Hinzu kommen die Prüfung und die Wartung von Atemschutzmasken und Sauerstoffflaschen. Einschließlich der Sava und des Elbehafens komme man auf rund 15 000 Prüfungen im Jahr. Als Atemschutzwerkstatt müsse gegenwärtig ein Flur im Erdgeschoss genutzt werden. Im ehemaligen Duschraum sind zwei Waschmaschinen und ein Trockner installiert, um Einsatzkleidung zu reinigen.

In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung diskutierten die Kommunalpolitiker mit Landtagsabgeordneten mögliche Lösungen. An dem Gespräch nahmen Jens Magnussen (CDU), Beate Raudies (SPD), Detlef Matthiessen (Grüne) und ein Vertreter der Piratenpartei teil. Bürgermeister Stefan Mohrdieck verdeutlichte ihnen, dass eine Lösung auf dem eigenen Gelände nicht möglich sei. „Aus Platzgründen können wir keinen Anbau errichten“, sagte der Verwaltungschef. Er bat um Unterstützung der Landespolitik, die derzeit an einer Änderung des Brandschutzgesetzes arbeitet. Hier schwebt dem Bürgermeister eine politische Lösung vor, mit der der Weg für eine engere Zusammenarbeit von Freiwilligen und Werkfeuerwehren geebnet werden könnte. Der Stadt allein sei es nicht möglich, die für die Südseite erforderlichen 27 Einsatzkräfte vorzuhalten. Hier könnte „ein gemeinsames Haus für Freiwillige und Werkfeuerwehr“ die Lösung sein.

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