Feuerwache: "Investition muss sein"

Beim Neujahrsempfang: Bürgermeister Bernhard Diedrichsen (li.)  und Ex-Bürgervorsteher Helmar Dorka.
Beim Neujahrsempfang: Bürgermeister Bernhard Diedrichsen (li.) und Ex-Bürgervorsteher Helmar Dorka.

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19. Januar 2011, 11:31 Uhr

Hohenlockstedt | "Die Politik hat sich im vergangenen Jahr neu geordnet. Dieser Streit ist jetzt abgehakt, wir müssen nach vorn blicken." Bürgermeister Bernhard Diedrichsen ist froh, dass 2011 wieder die Sachpolitik im Vordergrund steht. Im vergangenen Jahr habe die Politik "nicht immer so viel Spaß gemacht", der Streit habe viel Kraft gekostet. Er spricht damit die Abspaltung von fünf CDU-Mitgliedern und die Neugründung der Wählervereinigung und Fraktion "Bürger für Hohenlockstedt" (BfH) an, zu der er selbst gehört.

In diesem Jahr müssen sich die Kommunalpolitiker vor allem mit Investitionen für die Feuerwehr befassen. In Springhoe soll das kleine Gerätehauses umgebaut werden, im Ortszentrum wird über eine neue Feuerwache debattiert. Für Diedrichsen steht der Neubau außer Frage. Die Feuerwehrunfallkasse bemängele den maroden Zustand des jetzigen Hauses seit Jahren, so der Bürgermeister. "Eigentlich hätten wir für einen Neubau die Nägel schon vor 20 Jahren einschlagen müssen." Seit dieser Zeit bastele die Gemeinde am Gerätehaus immer wieder herum. Ein Arbeitskreis hat sich im vergangenen Jahr bereits verschiedene Grundstücke angesehen, drei Flächen im Ortszentrum wurden - in nichtöffentlicher Sitzung - in die engere Wahl genommen. Was gebaut werden muss und was notwendig ist, soll der Feuerwehrbedarfsplan zeigen, der in den nächsten Wochen vorgelegt werden soll. Dabei befürchtet Diedrichsen, dass der Plan vorsieht, dass neben einer neuen Feuerwache auch noch ein zusätzliches, viertes Fahrzeug notwendig sei. Aber für den Bürgermeister ist eines klar: Den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten müsse das "beste Handwerkszeug" an die Hand gegeben werden.

Diese Investitionen müssen für den Bürgermeister trotz der schlechten Finanzlage der Gemeinde vorgenommen werden. "Wir haben die Verpflichtung gegenüber den Bürgern, für ihre Sicherheit zu sorgen." Sparen könne Hohenlockstedt allenfalls noch bei den freiwilligen Leistungen, wie Bücherei oder Jugendzentrum. Doch zum einen leisteten diese Einrichtungen hervorragende Arbeit und zum anderen würde ihr Einstellen die Gemeinde nicht vom Schuldenberg herunterbringen.

Auch freiwillige Leistungen für Vereine und Verbände hält Diedrichsen für notwendig. "Jeder kleine Verein trägt zum Leben in unserer Gemeinde bei." Die vielen verschiedenen Vereine zeichneten Hohenlockstedt aus und machten die Gemeinde über ihre Grenzen hinaus bekannt. Ihr Erhalt und Fortbestand ist eine der wichtigsten Aufgaben für den Bürgermeister.

Geld fließt in diesem Jahr auch wieder in das Schulzentrum. Der Schulverband - hier trägt die Gemeinde über 80 Prozent der Kosten - plant eine Neugestaltung des Schulhofes für circa 100 000 Euro. Hier sollen laut Diedrichsen noch Zuschüsse über die Aktiv-Region Holsteiner Auenland eingeworben werden. Auch die Dachsanierung der Sporthalle steht an.

Kontakt aufnehmen wolle der Schulverband auch mit Kellinghusen wegen der Bildung eines gemeinsamen Förderzentrums. Der Hintergedanke der Hohenlockstedter dabei: "Es würde in der Schule dann Räume für das Jugendzentrum geben", so Diedrichsen. Und die Jugendpfleger könnten noch besser in das Umfeld der Schule eingebunden werden.

"Abgearbeitet" würden in diesem Jahr die Beschlüsse für das Gewerbegebiet Hungriger Wolf. Ausbau der Fuß- und Gehwege, Beleuchtung sowie Investitionen ins Kanalnetz stünden an. Etwas problematischer sei das Wassernetz mit seinen alten Rohren. Das Netz sei immer noch nicht von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auf die Gemeinde übergegangen. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dies 2011 regeln können." Auf den Weg gebracht würden auch endlich die Erschließungsbescheide für die Anlieger, "diese gehen wohl 2011 raus".

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