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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 15:32 Uhr

Feuersbrunst war Geburtsstunde der Wehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit Kommers und Frühschoppen feiern die Brandschützer in Reher ihr 125-jähriges Bestehen / Heute und morgen geht es mit Kinder- und Amtswehrfest weiter

Die Gemeinde Reher feiert in diesem Jahr mit einem großen Festprogramm das 125-jährige Jubiläum ihrer Freiwilligen Feuerwehr. Den Auftakt der viertägigen Feierlichkeiten machte der Kommersabend im großen Festzelt auf dem Sportgelände von Reher. Auch für auswärtige Gäste war dieser Standort nicht zu verfehlen, denn Ehrenpforten aus Tannengrün zeigten Autofahrern den richtigen Weg.

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Festzelt dankte Wehrführer Knut Beimgraben den vielen fleißigen Helfern, darunter auch dem ,,Deko-Team“ und der Kinderstube, die für die wunderbare Dekoration im Festzelt gesorgt hatten. Aber auch für die Einwohner von Reher gab es ein dickes Lob für den Schmuck überall im Dorf. Zu Beginn der Veranstaltung war die Wehr komplett angetreten und Wehrführer Beimgraben gab die Meldung seiner angetretenen Kameraden an Bürgermeisterin Marianne Ehlers weiter. Deren besonderer Willkommensgruß galt Landrat Torsten Wendt und Amtsvorsteher Dirk Michels sowie von der Feuerwehr Amtswehrführer Klaus Sachau und Bernd Pusch als stellvertretendem Kreiswehrführer. ,,Ein Fest dieser Größenordnung braucht viele Helfer, die Dekoration vom Festzelt bis zur Straßengestaltung ist einfach super“, stellte auch die Gemeindechefin fest und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

In seinem ,,Rückblick auf 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Reher“ gewährte Wehrführer Beimgraben noch einmal einen kurzen Blick in die Chronik, aus der hervorgeht, dass bei einem großen Brand am 17. Juli 1858 über 54 Häuser in Reher zerstört worden waren. ,,Das war über die Hälfte aller Häuser des Dorfes“, betonte Beimgraben, ein Jahr später sei deshalb eine Pflichtbrandwehr gegründet worden, der alle männlichen Einwohner zwischen 18 und 45 Jahren angehörten.

Der Redner schlug einen großen Bogen vom Bau des ersten Spritzenhauses im Jahr 1875, das vergrößert und renoviert bis 1969 genutzt wurde, bis hin zum modernen Feuerwehrgerätehaus, das 1970 in Eigenleistung erstellt und in Betrieb genommen werden konnte. In den Jahren 2005 und 2006 habe man dann der verbesserten technischen Ausrüstung Rechnung getragen und ebenfalls durch viel Eigenleistung aber auch mit örtlichen Firmen gemeinsam eine Lagerhalle zum Feuerwehrgeräte- und Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Sein persönlicher Dank ging an den damaligen Wehrführer und heutigen Ehrenwehrführer Wolfgang Bubbers, der damals maßgeblich am Umbau beteiligt war. Neben den zahlreichen und immer erfolgreich abgeschlossenen Leistungsbewertungen sei in Reher auch immer wieder ordentlich gefeiert worden, man erinnere sich gern an viele große Feuerwehrfeste. Der Wehrführer nahm den festlichen Rahmen zum Anlass, eine hohe Ehrung vorzunehmen. Gemeinsam mit Amtswehrführer Klaus Sachau überreichte er dem Feuerwehrkameraden Ernst Voß die Ehrenurkunde und das Brandschutzehrenzeichen in Gold am Bande.

Im Namen des Kreistages überbrachte anschließend Landrat Torsten Wendt seine Glückwünsche. Er stellte die große Bedeutung auch der kleineren Feuerwehren heraus, ,,die für uns gerade auch in Katastrophenfällen immer eine ganz große Stütze sind“. Ein 125-jähriges Jubiläum sei ein Zeichen dafür, dass hier Menschen zusammensehen, um zu helfen. Torsten Wendt überreichte Wehrführer Beimgraben eine Urkunde, unterschrieben von Ministerpräsident Torsten Albig, eine Glocke ,,für erhöhte Aufmerksamkeit“ und wünschte der Reher Wehr ,,eine blendende Zukunft“.

,,Alles was man freiwillig macht, ist effektiv, das zeigt das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute“, bemerkte Bernd Pusch in seiner Gastrede. Der stellvertretende Kreisbrandmeister wünschte den Kameraden die Kraft, auch zukünftig alle neuen Aufgaben zu meistern.

Grüße und Glückwünsche der Bürgermeister des Amtes Schenefeld überbrachte Amtsvorsteher Dirk Michels, der betonte, dass neben einer zeitgemäßen Ausrüstung immer auch die Personen wichtig sind, die sie bedienen muss. Der Feuerwehr Reher wünschte er, dass ihr immer genügend Freiwillige, egal ob Mann oder Frau, zur Verfügung stehen.

Amtswehrführer Klaus Sachau, der im Namen der 17 Feuerwehren des Amtes Schenefeld gratulierte, wünschte sich von den Bürgermeistern eine weiterhin gute Unterstützung der Wehren. Im Namen aller Vereine von Reher gratulierte Werner Hinrichsen der Feuerwehr wie anschließend auch Amtswehrführer Klaus-Hinrich Paulsen vom Amt Mittelholstein.

Neben den Reden kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz: Mit drei einstudierten Tänzen bezauberten acht Kinder von der Reher Kinderstube, unterstützt von Britta Harms-Kurras und Kai Mohr, die Zuschauer. Kinderstubenleiterin Roswitha Burkamp und die erste Vorsitzende Nicole Heetsch überreichten Knut Beimgraben einen selbst entworfenen Ehrenteller. Den musikalischen Rahmen hatten der Veranstaltung die Musiker vom Musikzug Reher unter der Leitung von Svenja Sießenbüttel gegeben.

Nach dem offiziellen Abschluss sorgte Überraschungsgast Lars Brodersen von den Brotbüdels aus Dithmarschen für eine ausgelassene Stimmung.
Mit einem Zeltfest am Mittwoch und einem Frühschoppen am Donnerstag wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten fortgesetzt. Heute feiern die Kinder am gleichen Ort ihr Kinderfest, und morgen beginnt um 12 Uhr mit dem Eintreffen der Wehren das Amtsfeuerwehrfest.

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