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Feuerwehr : Feueralarm aus Jux und Dollerei: Das wird teuer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auf einen Wohnungsmieter in Wilster kommt jetzt eine saftige Rechnung vom Ordnungsamt zu.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 06:20 Uhr

Der Einsatzleiter der Wilsteraner Feuerwehr war zu recht angefressen: Weil am Donnerstag vorvergangener Woche per Notruf an die Elmshorner Rettungsleitstelle die Nachricht eingegangen war, in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Etatsrätin-Doos-Straße würde es brennen, wurden um 19.19 Uhr zwei Löschfahrzeuge und ein Einsatzleitwagen mit zusammen 20 Rettungskräften in Marsch gesetzt. Da angeblich auch Menschenleben in Gefahr seien, wurde vorsorglich auch noch die Nortorfer Feuerwehr gerufen, die laut Feuerwehrbericht mit einem Löschfahrzeug und 15 Helfern anrückte.

Vor Ort stellte sich dann heraus, dass ein Mieter sich nur aus seiner eigenen Wohnung ausgeschlossen hatte. Für ihn wird es jetzt richtig teuer. Abgesehen davon, dass die missbräuchliche Nutzung von Notrufen verboten ist, muss er auch für die Kosten des Einsatzes aufkommen. „Pro Einsatzkraft und angefangene Stunde werden 35 Euro fällig“, rechnet Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck vor. Hinzu kommen noch Gebühren für die Fahrzeuge, die je nach Größe variieren. „Das werden wohl insgesamt so 1000 Euro“, überschlägt Franck.

Für ihn ist der Fall eindeutig. Wenn keine Menschenleben in Gefahr sind oder es nicht wirklich brennt, werden Kosten für Feuerwehreinsätze an den Verursacher eben jener Einsätze weitergegeben. Und da es sich um festgeschriebene Gebühren handele, könne auch nicht über die Höhe diskutiert werden. Franck berichtet zum Beispiel vom Einsatz einer Wehr, die Ölspuren beseitigte. Hier waren gleich mehrere Helfer mit dem entsprechend ausgestatteten Fahrzeug losgefahren. Die Verursacherin hielt die Zahl der eingesetzten Helfer für übertrieben und legte Widerspruch ein. Franck: „In solchen Fällen können die Wehren ja nicht erst die Einsatzmittel auf kleinere Fahrzeuge umladen.“ Er fügt hinzu: „Man kann schließlich auch nicht anrufen und mal eben nach einem Feuerwehrmann verlangen.“

Im aktuellen Fall in Wilster war nach Erkenntnissen des Ordnungsamtes auch noch Alkohol im Spiel – was aber an dem deftigen Gebührenbescheid nichts ändert. Drei- bis vier Mal im Jahr komme es vor, dass die Amtsverwaltung sich derartige Einsätze bezahlen lässt. „Da sollte man es sich schon vorher ernsthaft überlegen, ob man aus Jux und Dollerei den Notruf wählt“, mahnt Franck, der mitunter allerdings vor dem Problem steht, dass bei Verursachern nicht viel zu holen ist.

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