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Feuer im Frauenhofer-Institut 200 Mitarbeiter evakuiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Batterie im Labor gerät in Brand / Erdgeschoss extrem verraucht und wegen schädlicher Gase gesperrt

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 20:02 Uhr

Großeinsatz für die Freiwillige Feuerwehr Itzehoe gestern um 17.49 Uhr am Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT. In einem Labor war am frühen Abend eine Lithium-Ionen-Batterie in Brand geraten. Die Brandmeldeanlage schlug Alarm. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde das Gebäude vorübergehend evakuiert. 200 Mitarbeiter mussten das ISIT verlassen, weil im Erdgeschoss das Feuer ausgebrochen war. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Das Feuer zu löschen war keine ungefährliche Aufgabe. „Eine Lithium-Ionen-Batterie ist leicht entzündlich und darf nicht mit Wasser gelöscht werden“, erklärte Wehrführer Peter Happe gegenüber unserer Zeitung. Stattdessen kam Kohlensäure zum Einsatz. Wie Happe informierte, hätten Mitarbeiter bis mittags in dem Labor mit der Batterie, die etwa die Größe eines Schuhkartons hätte, experimentiert und danach den Raum verschlossen. Über die Brandursache und Schadenshöhe war gestern Abend bei Redaktionsschluss allerdings noch nichts bekannt.

Das Feuer war schnell gelöscht, „das Labor ist aber komplett schwarz und kann nicht mehr benutzt werden“, so Happe. Das Erdgeschoss blieb erst einmal gesperrt und darf nicht betreten werden. „Es gab eine sehr starke Verrauchung. Die Konzentration der Gase ist noch zu hoch.“ Diese seien zwar nicht giftig, aber gesundheitsschädlich.

In Sorge war keiner der ISIT-Mitarbeiter während des Einsatzes. Sie verfolgten ruhig den Einsatz der Wehr, die mit 33 Mann angerückt war. „Die Evakuierung lief absolut reibungslos“, betonte Institutsleiter Wolfgang Benecke. Betriebsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr seien in nur wenigen Minuten vor Ort gewesen, die Sicherheitsmitarbeiter hatten alles im Griff, lobte er. Glücklicherweise sei alles glimpflich ausgegangen. „Das Feuer war der schwerwiegendste Vorfall in der Geschichte des ISIT“, so Benecke. Das spräche für die guten Sicherheitsbedingungen.

Seit 1995 gibt es das Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe. Das Unternehmen entwickelt und fertigt mikromechanische und mikroelektronische Bauelemente, zu denen auch Lithium-Ionen-Batterien zählen. Solche Batterien gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie werden unter anderem in Smartphones, Tablets oder auch Elektroautos eingesetzt.

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