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Gildejubiläum : Festumzug durch ein Fahnenmeer in Gelb und Grün

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kremper Gilde feiert ihr 475-jähriges Bestehen mit einem großen Programm – und mit Gästen aus sechs europäischen Ländern.

Gottesdienst, Umzug, bunter Nachmittag, Kommers und kleiner Gildeball. Von den Wetterunbilden einmal abgesehen, war Krempes 475-jähriges Gildejubiläum ein voller Erfolg. Die ganze Stadt schien am Sonnabend auf den Beinen zu sein. Wobei man beim abendlichen Ball vor allem wieder all jene Gesichter sah, die immer präsent sind, wenn in der kleinen Marschenmetropole ein Event ansteht.

Schon der Startschuss mit dem Festgottesdienst in der voll besetzten St.-Peter-Kirche war ein Ereignis – nicht zuletzt dank Igor Zeller. Der Kantor der Christianskirche Hamburg-Ottensen und ausgebildete „klassische“ Sänger war allein schon das Kommen wert. Gleich im Anschluss an die Kirche setzte sich der Jubiläums-Umzug in Marsch. Gestartet wurde am Markt, Zielpunkt war das Gelände an den Sportanlagen am Burggraben. Mit dabei waren Gäste aus sechs europäischen Ländern.

Während einige Kremper Straßenzüge eher karg aussagen, hatten sich die Bürger andernorts viel Mühe mit dem Schmücken gemacht. So glich beispielsweise die Süderstraße einem Fahnenmeer in den Kremper Farben Gelb und Grün. An den Sporthallen angekommen, wurden die Umzügler mit lautem Kanonendonner empfangen. Vom Mühlenberg herunter erschallte es ohrenbetäubend. Was folgte, war der bunte Nachmittag samt spontaner Vorführungen der in- und ausländischen Gäste-Gruppen sowie leckerem Pfingstochsen, den Jens Asmussen und sein Team zuvor 20 Stunden am Grill hatten brutzeln lassen.

Gegen 15 Uhr löste sich das heiter-fröhliche Treffen auf, und es begann der „ernste“ Teil des Gildejubiläums. Los ging es kurz vor 18 Uhr mit dem Festkommers, gefolgt von kleinem Gildeball und abschließendem Tanz bis in den Morgen. Der kleine Gildeball glich dabei seinem „großen“ Vorbild fast aufs Haar. Auf dem Programm standen die drei Reden von Bürgermeister, Ältermann und Hauptmann. Während Hauptmann Jens Engelbrecht über die Feier-Vorbereitunten berichtete, ging Bürgermeister Volker Haack auf die politische Situation in der Marschenstadt ein.

Ältermann Wolfgang Dörner brachte den Gästen „Sinn, Zweck, Ziel und Wert“ der Gilde in Erinnerung. Angefangen beim Scheibenschießen bis hin zum Königsball. Alle Gildebrüder und -schwestern seien „Teil einer Institution, die seit nunmehr 475 Jahren eine wichtige Funktion habe – „sie verbindet Menschen“. Schon zuvor hatten Manfred Riemann und sein Organisationsteam im Rahmen des Festkommerses eine illustre Gästeschar als Festredner willkommen heißen können. Darunter die Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich (CDU) und Karin Thissen (SPD), Kreispräsident Peter Labendowicz und Amtsvorsteher Harm Früchtenicht.

In seiner Festrede ging Riemann auf die Entwicklung der Kremper Gilde ein: „1541 wurde sie begründet und hatte schon damals einen vornehmlich geselligen Charakter, diente daneben aber auch zur Verstärkung einer Festungsbesatzung aus Berufssoldaten. Denn Krempe war seit 1533 zu einer der bedeutendsten Festungen im Lande Holstein ausgebaut worden.“ Und natürlich kreiste am Abend auch der Kremper Bittern, der während der Sitzungen der Gilde mit dem bekannten Trinkspruch „Auf das Wohl der Gilde!“ getrunken wird. Es folgte ein weithin vernehmliches „Aaah“ samt: „Es lebe die Gilde!“



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