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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 18:39 Uhr

Neues Buch : Festakt für eine Persönlichkeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Freunde und Weggefährten erinnern an Glückstädter Ehrenbürger Dr. Manfred Bruhn. Josef Singldinger schreibt Buch über den langjährigen Bürgermeister der Stadt.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Ein leckeres kaltes Büfett, informative Reden und ein Buch über den beruflichen Werdegang: Dr. Manfred Bruhn wäre sehr zufrieden gewesen, wenn er das miterlebt hätte. Zu Ehren des verstorbenen Ehrenbürgers und ehemaligen Bürgermeisters gab es im Rathaus jetzt einen gebührenden Festakt. Gekommen waren ehemalige Freunde, Mitarbeiter, berufliche und private Wegegefährten sowie Stadtvertreter, um eine herausragende Persönlichkeit der Stadt zu würdigen. Organisiert wurde der Festakt von den Kindern Dr. Christine Bruhn (50) und ihren Brüdern Christian (47) und Ulrich (44) sowie Bürgermeister Gerhard Blasberg.

Dr. Manfred Bruhn (1930 bis 1992) war 30 Jahre Bürgermeister von Glückstadt und hat Herausragendes für die Stadt geleistet. Glückstadt wurde nicht nur um rund 1000 Hektar größer, es wurde Stadtdenkmal. Josef Singldinger schrieb jetzt ein Buch über sein Wirken: „Die Stadt und ihr Bürgermeister – 30 Jahre Dr. Manfred Bruhn in Glückstadt“.

„Heiter soll das Buch werden“, hatten sich die Kinder des Verstorbenen gewünscht. „Es ist keine pflichtschuldige Arbeit, sondern eine Auseinandersetzung mit der Arbeit von 1962 bis 1992“, erklärte Gerhard Blasberg. Dr. Christine Bruhn sprach für die Familie: „Wir Kinder sind geprägt von Stärken und davon, den Beruf ernstzunehmen.“ Sie dankte der Stadt für den würdigen Rahmen und dem Glückstädter Autor für das Buch. „Es ist schön und spannend.“ Ein besonderer Dank ging an Michael Steinbeis, der persönlich für die Finanzierung des Buches spendete. Der Inhaber der Papierfabrik war lange mit Dr. Bruhn befreundet. Die Idee zum Buch hatte Christel Redecker, eine langjährige Freundin der Familie.

Josef Singldinger bekannte über seine langen, umfangreichen Recherchen: „Das war ein Abenteuer.“ Er freute sich, dass er das langjährige Wirken so intensiv nachempfinden durfte. „Es ist keine Biografie, keine Geschichte der Stadt. Es ist die Erinnerung an einen Bürgermeister.“

Als ersten Einblick gab er „ein Stück Utopie“ zum Besten. Denn bereits 1963 schlug Dr. Bruhn die „Grüne Küstenstraße“ vor. Ein länderübergreifendes Straßenprojekt von Tondern bis Glückstadt am Meer entlang. „Später denkt man darüber nach, die Strecke zu erweitern – von den norwegischen, dänischen, schwedischen Küsten durch Dänemark nach Schleswig-Holstein, über eine Elbebrücke oder einen Elbtunnel bei Glückstadt nach Niedersachsen und weiter nach Holland bis zur Rheinmündung. Sie ist 1200 Kilometer lang und sie soll 80 Städte miteinander verbinden.“ Der Wewelsflether Kaufmann Fritz Siegmeier schlug dann 1967 den Bau einer Brücke über die Elbe vor. „Es entstand die größte Bürgerinitiative Norddeutschlands.“ 1968 sollte sie privat für 180 Millionen Euro finanziert werden. Doch noch 1976 gab es vom Ministerium keine klare Aussage, wo sie gebaut werden soll. 1983 sagte Dr. Bruhn: „Mit der Elbquerung rechne ich nicht mehr in diesem Jahrtausend.“

Auch auf den Ausbau des Flethes ging Singldinger ein. „Ein intensives Kapitel.“ Denn die einen kämpften für den Ausbau einer zweispurigen Schnellstraße, die anderen für den Erhalt der Bäume. Erst ein Leserbrief des inzwischen verstorbenen Pastors Heinrich Tauscher gab den Ausschlag. Er schlug in unserer Zeitung vor, den Wasserlauf wieder herzustellen. So wie es die alten Pläne der Glückstädter Wasserkunst vorsehen.

Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch arbeitet noch unter Dr. Bruhn. „Ich habe noch den ausgeprägten Gestaltungswillen von Dr. Bruhn kennengelernt.“ Er stellte die Stadtentwicklung der „Ära Bruhn“ vor. Dr. Busch sprach von der Gebietsneuordnung, Stärkung der Wirtschaftskraft und Sanierung der Stadt. „Dr Bruhn war Initiator und Motor der Stadtsanierung. Er war seiner Zeit weit voraus und hat das historische Bild Glückstadts geprägt.“ Dr. Busch zählte markante Sanierungen auf: unter anderem den Marktplatz, die Verlagerung der Fähre und auch die moderne Feuerwache. Zudem ging er auf eine wachsende Stadt ein mit Ansiedlung von Betrieben. Glückstadt sollte von Brunsbüttel profitieren, das zu Bruhns Zeiten das „Ruhrgebiet des Nordens“ werden sollte.

Eingeladen war auch Dr. Magnus Staak, der frühere Geschäftsführer des Städtebundes. Er sprach über das Thema: „Der Bürgermeister und sein Standort in der kommunalen Familie“.

Da Dr. Bruhn die Lions in Glückstadt gegründet hat, erinnerte Manfred Bielefeld an diese Zeit. Dass er vor diesem Publikum des Festaktes sprechen dürfe, sei eine Ehre für ihn. „Er hat mich vor 25 Jahren aufgenommen. Mit dem „nötigem Feingefühl“ hätte er ihm die „Sitten und Gebräuche“ erklärt, sagte der gebürtige Schwarzwälder in seiner humorigen Art. Zudem erinnerte Manfred Bielefeld daran, das die Lions helfen. Und dies habe auch Dr. Bruhn getan. Und erinnerte er an den Altbürgermeister als „charmanten Gastgeber“, der eine hervorragende Allgemeinbildung hatte. „Die Lions werden ihn in bester Erinnerung behalten.“ Der Festakt wurde musikalisch umrahmt mit klassischer Klaviermusik von Alexander Annegarn.

>Das Buch „Die Stadt und ihr Bürgermeister“ ist erschienen im Verlag „Ludwig“, ISBN 978-3-86935-216-9, erhältlich ist es in der Bücherstube Am Fleth.

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