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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 06:24 Uhr

Fernwärme-Anschluss verzögert sich

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Boy-Lornsen-Grundschule: Unerwartete Hindernisse im Boden führen zu Zeitverlusten beim Leitungsbau

von
erstellt am 06.Aug.2015 | 11:52 Uhr

Drei Wochen sind noch Zeit, dann soll die Fernwärmeversorgung der Boy-Lornsen-Grundschule stehen. Unerwartet hat sich das Projekt aber deutlich verzögert, der Anschluss der Schule an das kleine Blockheizkraftwerk am Freibad Ulitzhörn in Brunsbüttel ist noch nicht vollzogen. Dr. Guido Austen von der Egeb, die für die Stadtwerke Brunsbüttel die technische Betreuung des Fernwärmenetzes übernommen hat, sieht die beteiligten Firmen ein wenig unter Zeitdruck. „Am 30. August erwartet die Schule die Versorgung“, sagt Austen.

Grundsätzlich ist der Anschluss der Schule ein einfaches Vorhaben. Im Freibad wurde zu Beginn der Schwimmsaison ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb genommen. Da sich das aber nur rechne, wenn es rund um die Uhr Wärme – und als Beiprodukt Strom – produziert, sollte die Grundschule Fernwärme bekommen. Dort war die Heizungsanlage bei dem extremen Unwetter im Sommer 2013 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden und galt längst als abgängig. 450 Meter Leitung zwischen Freibad und Schule galt es nun zu verlegen. Doch da tauchte das erste Hindernis im Boden auf: eine Granate aus Weltkriegszeiten. „Das hat uns fünf Wochen gekostet“, sagt Austen. Die vom Kampfmittelräumdienst beauftrage Firma habe sicherheitshalber die geplante Leitungstrasse untersucht. Dabei fanden sich zehn weitere Hinweise auf Metall im Boden. Weitere Munition war aber nicht darunter. Folge dieser Unterbrechung: Die Leitung ist noch nicht komplett verlegt.

Sie wird zu einem ehemaligen Trafohaus am Schulparkplatz führen. Dort wird eine Gasheizung installiert, um Spitzen abzufangen, sollte es im Winter besonders kalt werden. Gleich nebenan ist ein Speicher gebaut worden mit 25 Kubikmetern Volumen. Dort wird über Nacht Wärme aus dem BHKW und bei Bedarf auch aus der Gasheizung gespeichert, um dann zu Unterrichtsbeginn in der Schule zur Verfügung zu stehen. Die relativ kurze Strecke dorthin hatte es aber in sich. Beim Anschluss des Gebäudes stießen die Bauarbeiter auf ein mächtiges Hindernis: Unter dem Parkplatz verborgen ist eine alte Sickergrube mit den Ausmaßen von zwölf mal zwölf Metern und einer, wie Austen sagt, schwer auslotbaren Tiefe. Die Leitung muss nun um das Hindernis herum gelegt werden. Dafür waren zunächst mehr Rohrbogen erforderlich als ursprünglich geplant – wieder eine Woche verloren. Gestern begannen die Arbeiter damit, die Rohre zu verlegen.

Guido Austen trägt die Probleme mit Fassung. Natürlich, sagt er, wäre es ohne die plötzlich aufgetauchten Hindernisse einfacher gewesen. „Eigentlich hätten wir schon fertig sein wollen.“ Aber er geht davon aus, dass die Arbeiten bis zum Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen werden können.

Die Fernwärmeversorgung der Boy-Lornsen-Grundschule kostet insgesamt rund 350  000 Euro. Darin enthalten ist auch ein neuer Gasanschluss. Dafür musste der Gehweg vor der Schule aufgenommen werden, die Leitung führt ebenfalls zu dem ehemaligen Trafohäuschen. Im Schulgebäude erfolgt die Wärmeeinspeisung nicht mehr im ehemaligen Heizungskeller, das Verteilsystem erwies sich als veraltet. Lediglich ein Wärmetauscher ist dort noch untergebracht. Und der, sagt Austen, könne auch dem nächsten Hochwasser nach Starkregen trotzen.

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