Itzehoe : Feinwerk-Spezialist wächst kräftig

Neue Maschinen in Reih und Glied: Emina und Fehim von Borstel vor den Langdrehautomaten.
Neue Maschinen in Reih und Glied: Emina und Fehim von Borstel vor den Langdrehautomaten.

Borba GmbH investiert Millionen in einen Maschinenpark. Die Itzehoer Firma hat Kunden unter anderem aus der Luftfahrt- und Medizintechnikbranche.

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14. Januar 2018, 15:55 Uhr

Die Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt. Die Produktionshalle ist es ebenfalls – und sie wird noch voller. Die Borba GmbH in der Störfischerstraße hat mehrere Millionen Euro in ihren Maschinenpark investiert.

„Der Bedarf war da“, sagt Emina von Borstel. Die
27-Jährige ist Prokuristin und einer der Gründe, warum sich ihr Vater Fehim von Borstel für die Investitionen entschied: „Ich habe jetzt eine Nachfolgerin“, so der 55-Jährige. Um die Firma eines Tages im besten Zustand übergeben zu können, müsse sie die schnelle Entwicklung der Technologie mitmachen. Deshalb sei Borba mit seinen 70 Mitarbeitern bundesweit sowie auch in Österreich und in der Schweiz gefragt: „Wir sind bekannt dafür, dass wir Teile machen können, die andere nicht können.“

Bei Borba wird gefräst und gedreht, die Metallteile finden in vielen Branchen Verwendung: Medizintechnik, Mess- und Regeltechnik, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt und Motorsport sind nur einige davon. Theoretisch könnten Durchmesser von einem Millimeter bis zu 3,6 Metern erzeugt werden, so Fehim von Borstel. Für höchste Genauigkeit gebe er lieber etwas mehr aus. Denn das Unternehmen müsse mit einem breiten Angebot auf mehreren Beinen stehen und schnell reagieren können: „Die Kunden wollen alles aus einer Hand.“ Dazu gehört, auch komplette Baugruppen zu fertigen.

Drei Fräszentren mit Robotertechnik wurden angeschafft, dazu gleich acht Langdrehautomaten, die drei Meter lange Metallstangen automatisch einziehen und bearbeiten. „Mit diesen Maschinen sind Stückzahlen bis zu mehreren 100 000 pro Woche möglich“, sagt Emina von Borstel. Besonders benötigt werden sie für Teile, die in der Luftfahrtbranche und in der Medizintechnik verbaut werden. Neu ist, dass auch Gussgehäuse für Pumpen bearbeitet werden. Seit der Gründung im Jahr 1998 habe er sich dagegen gewehrt wegen des damit verbundenen Schmutzes, so der Firmenchef. Doch das habe sich geändert, „wir haben extra drei Maschinen für die Fertigung reserviert“.

Trotz der guten Auslastung – manche Verträge laufen bis ins kommende Jahrzehnt – werde die Produktion so geplant, dass immer noch Kapazitäten frei seien. 70 Mitarbeiter sind im Drei-Schicht-Betrieb tätig, intern wurde umstrukturiert und mit Markus Stocker ein neuer Betriebsleiter aus Niedersachsen gewonnen. Aber: „Für die neuen Maschinen wird Personal benötigt“, sagt Fehim von Borstel. Und zwar fast alles von CNC-Drehern und -Fräsern bis zu Programmierern und Qualitätssicherern. Die dafür eingerichtete Mailadresse ist vielsagend – sie beginnt mit „We want you“.

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