Zeugnisse : „Feiern kann man das nie genug“

Die besten Abiturienten der Auguste-Viktoria-Schule: Marie Ick, Julia Franck, Mayla Renz-Kiefel, Max Runge und Deike Müseler (v. l.).
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Die besten Abiturienten der Auguste-Viktoria-Schule: Marie Ick, Julia Franck, Mayla Renz-Kiefel, Max Runge und Deike Müseler (v. l.).

141 Abiturienten der Auguste-Viktoria-Schule entlassen, außerdem 107 Jugendliche von der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld.

Kay Müller von
04. Juli 2015, 07:00 Uhr

Ihre Gesichter strahlen – und das nicht nur, weil es vor dem Theater so sonnig ist. 141 Schüler der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) sind gestern feierlich entlassen worden. Mittendrin steht Max Runge, der gemeinsam mit Deike Müseler die Traumnote von 1,0 erzielen konnte. „Feiern kann man das nie genug“, sagt der 19-Jährige.

Insgesamt haben 19 Abiturienten eine 1 vor dem Komma stehen – der Notendurchschnitt lag bei 2,5. „Die Voraussetzungen, die Sie mitbringen, sind sowohl für die Aufnahme eines Studiums als auch für den Beginn einer Berufsausbildung das Umfassendste, was Bildung in Deutschland zurzeit zu bieten hat“, sagt Schulleiter Norbert Hartung, der in diesem Jahr die Entlassfeier in zwei Veranstaltungen aufspalten musste, weil es so viele Abiturienten zu ehren gab.

Für die Schüler war die Entlassfeier „schon sehr feierlich“, wie Julia Franck sagt. „Aber zum Glück war es immer auch irgendwie lustig, so dass es keine stocksteife Veranstaltung war“, ergänzt Deike Müseler, die jetzt Biotechnologie studieren möchte.

Ehemalige und jetzige Abiturienten unterhielten das Publikum – vor allem mit Reden, wie die von Agnes Meyer aus der 13c. Getreu dem Abitur-Motto: „Abi 20:15, das Beste geht zur Prime Time – we loved to entertain you“ wagte sie einen Rückblick auf das Programm, das die AVS-Abiturienten absolviert hatten. „Häufig wurden Talkshows gesendet, und es wurde hart, aber fair diskutiert, mitunter ging es aber auch zu wie am Lagerfeuer im Dschungelcamp. Einige von euch mögen sich hier das eine oder andere mal wie bei Wer wird Millionär gefühlt haben, nur dass leider kein Telefonjoker zur Auswahl stand.“

Am Ende der Feier sind dennoch alle erleichtert – und freuen sich auf den Abiball, der heute steigt. Denn feiern kann man als Abiturient ja nie genug.

Warm war es ohnehin im Pädagogischen Zentrum am Lehmwohld. Trotzdem bekamen sie viele warme Worte mit auf den Weg: 107 Jugendliche sind gestern an der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld entlassen worden.

Die besten Noten erreichten zwei junge Damen: Mit einer 1,3 im Gepäck wechseln Emilia Basso und Johanna Neumann (beide 16) an das Regionale Berufsbildungszentrum. Beide wollen ihr Abitur machen und dann studieren. Gerichtsmedizin lautet das Ziel bei Johanna Neumann, Emilia Basso hat sich noch nicht festgelegt: „Vielleicht Lehrerin.“

Diverse Abgänger treten nach den Worten von Schulleiter Hans-Joachim Sohrt eine Ausbildung an, doch wie die beiden Jahrgangsbesten setzen viele auch ihre Schullaufbahn fort. „Segensreich“ seien in diesem Zusammenhang die Kooperationen mit dem Sophie-Scholl-Gymnasium und der Kaiser-Karl-Schule, wo die Jugendlichen schon während des Schuljahrs hospitieren könnten. Die Kooperationsvereinbarung mit dem Regionalen Berufsbildungszentrum müsse noch von den städtischen Gremien gebilligt werden.

Nach dem Alphabet wurden die Zeugnisse verteilt an die Absolventen, die den Realschul-, den Hauptschul- oder den Förderschulabschluss erreicht hatten. Gratulanten waren in der Abschlussfeier, die die Schulband mit einem symbolischen „Don’t Worry“ einleitete, neben dem stellvertretenden Bürgervorsteher Jürgen Stahmer die Lehrer der 9. und 10. Klassen und die Schulelternbeiratsvorsitzende Anja Schamerowski. Sohrt verabschiedete die Jugendlichen mit weisen Worten von Bertolt Brecht und wünschte ihnen, nach einem Sinnspruch des Philosophen Laotse, windige Zeiten, auf dass sie ihre Segel setzen und mit dieser frei gesetzten Energie in die Zukunft starten könnten.

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