Besuch : Feiern in der freien Bauernrepublik

dsc_2946

Dithmarscher Delegation um Altmarktmeister Heinrich Schultz lädt zum Besuch des 13. Heider Marktfriedens ein.

von
24. Juni 2014, 12:00 Uhr

Früher kamen sie, um über Krieg, Frieden und Zölle zu verhandeln. „Wer hier keinen Zoll zahlte, kam mit seinem Ochsen nicht weiter“, weiß Heides Bürgermeister Ulf Stecher. Gestern war die Dithmarscher Delegation in anderer Mission unterwegs: „Lasset uns tagfahrten!“, forderten Ulf Stecher, Altmarktmeister Heinrich Schultz und ihr Gefolge die Itzehoer auf. Das Ziel: „Unser friedliches Städtchen Heide.“ Dort findet vom 17. bis 20. Juli der 13. Heider Marktfrieden statt.

Das historische Fest erinnert an die Zeit im 15. und 16. Jahrhundert, als Dithmarschen eine freie Bauernrepublik war und das Dithmarscher Landrecht allen Besuchern des Heider Marktes absoluten Frieden und ungestörten Handel garantierte.

Diese Zeit hatte auch Itzehoes Bürgervorsteher Heinz Köhnke im Blick, als er die Gäste aus dem Nachbarkreis begrüßte. Das Dithmarscher Landrecht habe Schutz gewährt vor Plünderern, Räubern und anderen Übergriffen, es habe „Handel und Wandel beflügelt und dafür gesorgt, dass wir seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen miteinander pflegen“.

Für die Itzehoer sei es eine hohe Ehre als Gäste an dem festlichen Leben auf dem Heider Marktplatz teilzunehmen. „Seid versichert, wir werden keine Waffen mit uns führen!“ Gerne erinnere man sich noch an den vorigen Besuch – Spielleute, die Kunst der Handwerker, aber auch „die Tanzmädchen, die über das Pflaster wirbelten“ hinterließen bleibenden Eindruck.

Und auch in diesem Jahr wird es viel zu staunen geben, wenn es auf dem größten Marktplatz Deutschlands zugeht wie vor 500 Jahren. Zum Programm gehören ein historischer Markt mit Handwerk, Gauklern, Musik und Trachtentanz, eine historische Kinderspielzeile, das Ring- und Rolandreiten, das Festspiel „Sag dem König Gute Nacht oder Das alte Lied der Freiheit“ und natürlich die Bauernhochzeit. Das Marktfrieden-Paar Svenja Kossin und Mirko Schütt war gestern ebenfalls in Itzehoe dabei – und versicherte, bei der festlichen Zeremonie am Sonntag, 20. Juli, auch wirklich „Ja“ zu sagen.

Bürgervorsteher Köhnke lud die Freunde aus der Bauernrepublik gleich zum Gegenbesuch ein: 1489 fand in Itzehoe gleichzeitig zum Ochsenmarkt der erste Jahrmarkt statt. Es werde in diesem Herbst also 525 Jahre Itzehoer Jahrmarkt gefeiert. Zu diesem „großen Fest“ wolle man die Heider gerne begrüßen – und ihnen, wenn sie die Stadt „nach dem Schwelgen in etlichen Genüssen hoffentlich schweren Herzens“ verlassen, sicheres Geleit bis an die Dithmarscher Grenze geben.


> Informationen und ausführliches Programm im Internet: www.heider-marktfrieden.de.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen