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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 19:51 Uhr

Glückstadt : Feiern im Namen des Herrn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Reformationsjubiläum am Hafen: Kirchenschiff zieht zahlreiche Besucher an / Buntes Programm für große und kleine Gäste

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 05:01 Uhr

Majestätisch lag die „Artemis“ im Hafenbecken. Zahlreiche Besucher nutzten gestern die Gelegenheit, dass Kirchenschiff zu besichtigen. Seit rund einem Monat ist der Dreimaster im gesamten Einzugsgebiet der Nordkirche anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation unterwegs. Der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf hatte gestern Nachmittag und am Abend an den Hafen eingeladen.

„Herzlich willkommen in Glückstadt! Herzlich willkommen bei der Artemis!“ begrüßte die Glückstädter Pastorin Gabriele Schinkel die Besucher des Hafenfestes. „Wir haben schon ganz viele verschiedene Dinge auf der Tour erlebt, jeder unserer 13 Kirchenkreise stellt sich anders dar“, erklärte Peter Schulz, Pressereferent der Nordkirche. Das bunte Bühnenprogramm moderierte NDR-Moderatorin Harriet Heise. Sie begrüßte unter anderem noch die Mitarbeiter der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf Vera Köthe-Stender und Rebecca Jerke. Die evangelische Jugend bot an ihrem Stand beim Hafenfest Spiele für Kinder und Jugendliche und auch ein Gewinnspiel an. „Wir haben so viele ehrenamtliche Mitarbeiter in der evangelischen Jugend, dass wir gedacht haben, die Zahl sollten die Besucher hier mal schätzen“, erklärte Vera Köthe-Stender. Dazu hatte sie alle Namen auf Tischtennisbälle geschrieben. Diese hingen nun in einem Netz am Stand und konnten geschätzt werden.

Auch beim Fest dabei war die Band die „Starken Saiten“ der Glückstädter Werkstätten. Unter der Leitung von Rolf Lindhorst spielten sie Ukulele und Rhythmusinstrumente und sangen gemeinsam mit dem Publikum. Musikalisch ging es dann weiter mit den Ukukids, einer Kinder-Ukulelenband aus Krempe. Und zwischendurch begeisterte Clownin Gusti. Im bunten Flattergewand und mit einer Mülltonne kam die resolute Clownin zu Harriet Heise auf die Bühne. Sie hatte ihre ganz eigene Meinung zur Reformation. „Da ist so viel Dreck auf dem Luther-Kutter“, stellte sie fest. Und deshalb war sie mit der Luther-Thesen-Tonne auf dem Hafenfest unterwegs. Ihre ganz eigenen Utensilien hatte sie dabei: den Luther-Spezial-Reiniger, der auch Tintenflecken von Wänden wäscht und einen Luther-Besen, der nicht umkippte, wenn man ihn hinstellte: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, konstatierte Gusti. Dann mischte sie sich unters Publikum, um Thesen zu sammeln, allerdings zum Thema Müllvermeidung.

Die Besucher konnten sich an Bord der „Artemis“, die einmal ein Walfänger war, wie Harriet Heise erklärte, über das Schiff und die bisherige Reise informieren. Auf der Reise durch die Kirchenkreise hatten dort in den vergangenen Wochen schon Taufen, Hochzeiten und goldene Hochzeiten stattgefunden.

Neben der nautischen Crew bietet das Schiff pro Törn Platz für zehn bis zwölf Passagiere, die „Hand gegen Koje“ mitfahren konnten. „Hand gegen Koje“ heißt, dass die Passagiere mit anfassen müssen – auf See und im jeweiligen Hafen. „Die können fast alles, Bühne aufbauen, Kartoffeln schälen und auch putzen“, erklärte Antje Dohrn, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der Nordkirche. Fast zwei Jahre hatte sie mitgeholfen, die Reise der „Artemis“ anlässlich des Reformationsjubiläums vorzubereiten. Dafür gab es jetzt ein vielfältiges Programm, das jeder Kirchenkreis anders gestaltete. Mal gab es einen Poetry Slam, mal Konzerte. In Glückstadt konnten die Gäste am Matjes-Abendmahl teilnehmen, und sie hörten eine Lesung zum Thema Luther. Auf der Bühne stand unter anderem auch die „Jesus Band“ aus Horst. „Wir machen Kirchenmusik mit modernen Elementen“, sagte Mitglied Vivien Götze.

Entlang der Hafenzeile gab es neben dem Bühnenprogramm noch mehr zu sehen und zu erleben. Für die Kleinen gab es eine Hüpfburg und einen Riesenkicker. Pastor Wilfried Knees bot syrische Spezialitäten an, die die beiden Syrer Yunis Alai und Ahmad Nohr von einem Bäcker aus Hamburg geholt hatten. Unterstützt wurden sie von Elias Gaenslen, der Waffeln backte. Gleich nebenan bot das Team um Werner Ehart von „Himmel und Erde“ aus Itzehoe regionale Köstlichkeiten an. Und „Lutherbrot“ sowie „Kanonenkugeln“ verkaufte Antje Withers zugunsten der neuen Glückstädter Orgel.

Ihr Wissen testen durften die Besucher bei Pastor Eckhard Grulke aus St. Margarethen. So wusste Jonas Naumann (18), mit wem sich Martin Luther im Bauernkrieg angelegt hatte. Für die richtige Antwort: „Thomas Münzer“ bekam er als Preis einen Bonbon. Von Kindern umlagert war der Stand mit der großen Druckerpresse. Diese transportiert das Kirchenschiff von Veranstaltung zu Veranstaltung. Gestern stand das Gerät an Land. Wer Lust hatte, durfte sich einen Druck selber machen und mit nach Hause nehmen.

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