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Fehlende Stimmen;Stehende Kinder;Nervende Titel

vom

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Im Internet war es zu lesen: Itzehoer hatten versucht, ihre Stimme für den Bürgerentscheid vorab im Rathaus abzugeben. Doch es sei nicht gelungen, hieß es. Vor dem betreffenden Zimmer habe ständig eine rote Lampe geleuchtet, im Nachbarraum habe man sich für nicht zuständig erklärt. Daraus ließen sich jetzt traumhafte Verschwörungstheorien stricken: Immerhin ist der Bürgermeister nicht nur Verfechter des Alsen-Projekts, sondern auch Abstimmungsleiter. Doch gemach: Selbst Rathaus-Mitarbeiterinnen müssen mal wohin. Und der Betrieb im Einwohnermeldeamt laufe weiter, da könne eine Bearbeitung auch schon mal dauern, so der stellvertretende Abstimmungsleiter Frank-Dieter Simon. Lassen wir doch also einfach die Kirche im Dorf. Und wenn morgen ganz wenige Stimmen fehlen sollten - dann möge sich beherzt melden, wer eine Klage zu führen hat.

Wenn eingeschult wird, dann ist es eng. Das gilt überall dort, wo nicht Aula oder Sporthalle mit genügend Platz zur Verfügung stehen, es gilt erst recht in einer kleinen Kirche beim Einschulungsgottesdienst und noch einmal verstärkt in der St. Jürgen-Kapelle mit ihrem kleinen Altarraum. Während dort die neuen Fehrs-Schüler noch einen Sitzplatz fanden, mussten die alten Hasen aus der dritten Klasse, die den Gottesdienst mit einer Aufführung mitgestalteten, stehen. Ganz ohne Beschwerde ging das nicht ab, aber dann kam Renate Haffner vom Kirchenteam: Gäste bei Rockkonzerten müssten viel länger stehen, "da könnt ihr schon mal üben für Wacken nächstes Jahr". Möglicherweise werden zwar nicht alle Drittklässler dann das Metal-Festival besuchen - aber überzeugt schienen sie trotzdem. "Motivation ist alles", so Renate Haffner gegenüber Kirchenbesuchern. Gute Ideen im Umgang mit Kindern auch.

Es gibt viele kommunalpolitische erste Male in diesen Wochen. Nein, dieses eine Mal ist nicht vom Bürgerentscheid die Rede. Sondern von der Premiere von Eva Gruitrooy als Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses. Sie sei ja neue Stadtherrin, erklärte die Bündnisgrüne und meinte dabei eher Ratsherrin. Genau diesen Begriff würde sie gern ändern, ließ Eva Gruitrooy durchblicken, die in der Sitzung konsequent die politisch korrekte Formulierung mit weiblicher und männlicher Anrede ("Bürgerinnen und Bürger") durchhielt. Ob das immer sein muss, lassen wir mal dahingestellt. Der Begriff Ratsherrin war allerdings schon immer merkwürdig.

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