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Norddeutsche Rundschau

20. September 2017 | 16:55 Uhr

Politik : FDP will Ergebnisse abwarten

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Liberale halten Entscheidung für ein Einkaufszentrum für verfrüht / Gutachten soll Verträglichkeit zur Innenstadt überprüfen.

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Das ehemalige Wäscherei-Gelände Berendsen soll zu einem Einkaufszentrum werden. So sehen es zumindest Investoren und Dr. Siegfried Hansen von der Piraten-Partei. Der Politiker forderte vor Kurzem, die FDP sollte positiv Position beziehen (wir berichteten).

„Für uns ist das Einkaufszentrum dort nicht entscheidungsreif“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Ralf Krüger. „Noch ist nicht geprüft, ob es verträglich ist zur Innenstadt.“ Der Verkehrs- und Gewerbeverein will demnächst ein Gutachten in Auftrag geben, das dies klären soll. Und es müsse geklärt sein, was aus den bestehenden Geschäften Edeka und Aldi in der Christian-IV.-Straße wird – sollte es zu einer Umsiedlung auf das Gelände an der Stadtstraße kommen. „Die dänischen Eigentümer der Gebäude kommen nach Glückstadt und besprechen dies in einem Gespräch mit dem Investor und den Mietern. Dies solle Anfang Mai geschehen“, erklärt Krüger.

Die Glückstädter Politiker werden bei dem Gespräch nicht dabei sein, das ist der jetzige Kenntnisstand des FDP-Fraktionsvorsitzenden. „Wenn Ergebnisse vorliegen, dann erst können wir entscheiden“, sagt Ralf Krüger zu den Forderungen des Piratensprechers, dass sich die FDP schon jetzt festlegen soll. Wie berichtet hatte Dr. Hansen gefordert, dass die Parteien während der Sitzung des Wirtschaftsausschusses sagen, was sie wollen.

Es gibt viel abzuwägen. Ein Einkaufszentrum in der Stadtstraße ist näher als das geplante auf dem Kasernengelände. Es ist stadtnah, aber auch nicht im Zentrum. „Deshalb ist es schwer zu sagen, wie die Auswirkungen sein werden.“ Aber grundsätzlich sehe die FPD diese Fläche als geeigneter für ein Einkaufszentrum an, als auf dem Kasernengelände. „Diese ist zu weit außerhalb.“

Andererseits würde für das Kasernengelände ein gültiger Bauplan bestehen. Und deshalb sei ungeklärt, was passieren würde, wenn ein Einkaufszentrum auf dem Berendsen-Gelände entsteht. Außerdem weiß Ralf Krüger nicht, was der Investor des Kasernen-Areals zurzeit vorhat. „Er hat sich noch nicht geäußert.“

Dass es dann letztlich zwei Einkaufszentren geben wird, daran glaubt Krüger nicht. Denn entscheidend seien dann die Mieter. „Zum Beispiel ist für Aldi klar, dass das Unternehmen in Glückstadt wahrscheinlich nur noch einen Markt statt wie bisher zwei betreiben wird.“ Dieser sei dann allerdings größer als die beiden jetzigen. Er hätte keine Probleme, sich für das Berendsen-Gelände zu entscheiden. Vorausgesetzt, dass offene Fragen geklärt sind. „Wir haben keine Verpflichtung gegenüber dem Investor vom Kasernengelände. Wir wissen auch nicht, warum er sein Konzept noch nicht umgesetzt hat.“

Krüger weist darauf hin, dass solche Einkaufszentren von Lebensmittelmärkten profitieren. Und der Knackpunkt sei: In dieser Beziehung habe Glückstadt bereits ein Angebot von 105 Prozent. Das hat jüngst ein Gutachten ergeben, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. „Wir haben schon mehr, als notwendig ist.“ Weiterhin seien bei dem Berendsen-Gelände „Nebenflächen“ geplant – „damit es sich rechnet“. Dort soll auch ein Drogeriemarkt entstehen. Auch dies sieht Ralf Krüger kritisch. Denn der jetzige Drogeriemarkt Rossmann am Marktplatz sei ein Magnet, um Kunden in die Stadt zu locken – ein „Frequenzbringer“.

Davon würden auch andere Geschäfte in der Innenstadt profitieren. Dies sei ein Beispiel, wie Fachmärkte von außerhalb die Innenstadt schwächen könnten. „Solche Auswirkungen können wir in Itzehoe sehen. Dort ist die Innenstadt tot.“ Es seien zu viele Flächen zum Einkaufen „rundherum geschaffen worden“. Selbst das Holstein-Center klage über Leerstände.

Das Kasernen-Gelände hält Ralf Krüger im Prinzip wenig geeignet für ein Einkaufszentrum. Es sollte über Alternativen nachgedacht werden. „Altersgerechtes Wohnen dort wäre perfekt.“

 

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