Faszinierend: Modellbahnen und künstliche Landschaften

Wagner
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12. März 2012, 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Einen Blick in die Zukunft des Modelleisenbahnbaus gab es gestern auf der Frühjahrsbörse des Modelleisenbahnclubs Brunsbüttel, kurz: MEC. Die Veranstalter des Clubs hatten neben Lego-Bahner Manfred Schmuhl aus Kuden diesmal gleich zwei Diorama-Austeller zu Gast sowie die Eisenbahnfreunde Elmshorn mit ihrer großen Spur-1-Bahn.

Der Austellungsmagnet schlechthin war das mobile Diorama von Gerd Mohr (42) aus Bargenstedt. Grundlage dafür war die 2004 von Siku, dem Hersteller für landwirtschaftliche Modelle, getroffene Entscheidung zur Mobilisierung ihrer Modelle im Maßstab 1 : 32. Heute haben die Miniaturtraktoren nicht nur Licht. Sie können fahren, und alle Anbauteile lassen sich bewegen. Die Kinder und Jugendlichen waren gestern im Bildungszentrum nicht wegzukriegen von den sieben Fernsteuerungen, die Mohr dabei hatte, und die Erwachsenen schauten auch nicht nur zu. Ladeplatz, Acker, Hof und Viehweide umfasste Mohrs ausgestelltes Diorama, in dem die Besucher nach Herzenslust die Modelle fernsteuern, den aus Kaffeesatz bestehenden Acker immer wieder neu pflügen konnten.

Zuhause in Bargenstedt, hat der kaufmännische Angestellte auf dem ehemaligen Heuboden seines Hauses mit 230 Quadratmetern Europas größtes mobiles Diorama aufgebaut. Im Internet war der stellvertretende Vorsitzende des MEC, Dieter Liebing, auf Mohr und seine Anlage aufmerksam geworden. So kam man zusammen.

Nicht bewegt, aber ebenso eindrucksvoll vom Szenario her war Henning Beencks Diorama eines modernen Bauernhofes inklusive Biogas- und Solaranlagenmodell.

Ein gut gefülltes Portemonnaie braucht man als Spur-1-Fan. Schnell mal über tausend Euro kostet da eine Lok, 220 Euro ein Personenanhänger - ,,und das ist noch günstig", erzählte Klaus Surrow aus Elmshorn, der mit vier Kollegen, ein Dutzend Loks und 30 Waggons in die Schleusenstadt gekommen war. Hier bekamen vor allem ältere Männer den Blick nicht gelöst vom Faszinosum Modellbahn.

Zu einer Börse gehören Händler. Über 30 waren es diesmal, da blieb kein Wunsch offen. Doch wohin geht die Entwicklung beim Modellbau? ,,Es bringt mehr Spaß, weil man mehr bewegen kann", fand Moritz Kathke (15), Mitglied der MEC-Jugendgruppe. ,,Früher hat sich die Eisenbahn bewegt und alles andere stand still", unterstrich Jörg Wagner, Vorsitzender der Brunsbütteler Modellbahner. Das habe sich grundlegend geändert, wie Mohrs mobiles Diorama zeigte. ,,Die Dinge wachsen zusammen", blickte Wagner in die Zukunft. Modellbahnbau wie Dioramabau stellen die Wirklichkeit nach. Als ,,positive Ergänzung zur Eisenbahn" sieht denn auch Kathke das mobile Diorama. Vielleicht fährt auf der am 9. Dezember wieder im Bildungszentrum stattfindenden Herbstbörse des MEC dann ja auch schon ein Zug durchs Diorama.

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