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Fassungslosigkeit über Frauen-Alltag in Afghanistan

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2016 | 10:29 Uhr

„Ich freue mich, dass so viele Frauen den Weg in die Stadtbücherei Wilster gefunden haben, um den 105. Internationalen Frauentag zu begehen“, war die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Wilstermarsch und der Stadt Wilster von der guten Resonanz auf den DVD-Abend begeistert.

Zusammen mit der Stadtbücherei Wilster und dem Frauen-Forum Wilstermarsch veranstaltete Anke Rohwedder nun schon den dritten DVD-Abend anlässlich des Internationalen Frauentages. Dieses Mal folgten über 20 Frauen der öffentlichen Einladung. „Wenn sich die Zahlen so weiter entwickeln, müssen wir uns für nächstes Jahr einen alternativen Veranstaltungsort suchen“, überlegten sie im Anschluss gemeinsam mit Karin Labendowicz, die zusammen mit ihrem Bücherei-Team wieder durch den Aufbau zum Gelingen der Veranstaltung beitrug.

In diesem Jahr wählten die Initiatoren einen Film aus, der die geschichtliche Geburtsstunde des Artikels 3, Absatz 2 des Deutschen Grundgesetzes nachspielt. In die „Sternstunde ihres Lebens“ wird deutlich, mit welchem Engagement sich einst Elisabeth Selbert dafür einsetzte, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind und damit den Weg bereitete, dass die Gleichberechtigung in den folgenden Jahrzehnten bis in die heutige Zeit in weiteren Gesetzen verankert werden konnte. Die anschließende Diskussionen und Gespräche machten noch mal wieder deutlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Frauen heute beispielsweise ihren Beruf ausüben können, obwohl diese freie Berufswahl erst seit 1977 ohne Zustimmung des Ehemannes erlaubt ist.

Als besondere Gäste hatte Inge Wulff zwei Frauen aus Afghanistan eingeladen, die über die rechtliche und alltägliche Situation in ihrem Heimatland berichteten. Mit Fassungslosigkeit reagierten die anwesenden Frauen auf die aus unserer Sicht unhaltbaren Zustände. Dort haben die Mädchen und Frauen kein Recht auf Schulbildung und können sich ohne männliche Begleitung nicht frei bewegen. Dort ist - wie auch an vielen anderen Orten auf der Welt - noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung zu beschreiten, wenn endlich Frieden herrschen sollte. Gerade dieser Austausch, so zieht Anke Rohwedder rückblickend Bilanz, mache den Sinn solcher Gedenktage wie den Internationalen Frauentag nochmal sehr anschaulich und die gemütliche Atmosphäre habe den richtigen Rahmen für Gespräche geboten.

An dem Abend wurde kein Eintritt erhoben, allerdings stellten die Organisatoren eine Sammelbüchse zugunsten der Betreuten Grundschule Wilster auf, die reichlich Zuspruch fand und deren Ertrag noch an die Verantwortlichen übergeben wird.

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