100 Jobs weg : Farbenhersteller stellt Produktion ein

Halbmast geflaggt:  Die  CFB wird geschlossen, die gesamte Belegschaft muss zum 31. Juli  gehen.
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Halbmast geflaggt: Die CFB wird geschlossen, die gesamte Belegschaft muss zum 31. Juli gehen.

Bei der Chemischen Fabrik Brunsbüttel ist zum 31. Juli Schluss.

shz.de von
24. Juni 2014, 17:00 Uhr

Die auf Halbmast gesetzten Flaggen ließen schon nichts Gutes erahnen – gestern teilte die Geschäftsführung der Chemischen Fabrik Brunsbüttel (CFB) den Beschäftigten mit, dass die komplette Produktion zum 31. Juli eingestellt wird. Die 100 Mitarbeiter erhalten eine betriebsbedingte Kündigung. Einige Zeitarbeiter und Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen mussten bereits gehen.

Geschäftsführung und Betriebsrat wollen kommenden Montag Verhandlungen über einen Sozialplan aufnehmen.

Betriebsratsvorsitzender Dieter Nowack berichtete, dass seine Kollegen die Hiobsbotschaft relativ ruhig aufgenommen hätten, da dieser Schritt bereits befürchtet wurde.

Wie Geschäftsführer Dr. Bernd Mucha nach der Betriebsversammlung erläuterte, gab es für die CFB keinen anderen Weg. In der Folge von „dramatisch gestiegenen Rohstoffpreisen“ verlor das Unternehmen zunehmend Kunden. Dramatisch sei es kurz vor Pfingsten geworden, als weitere Aufträge überraschend wegfielen. Mucha: „Wir haben nur noch eine Auslastung im Textilbereich bis Ende Juli.“

Die CFB, die das Werk im Bayer-Industriepark 2010 von DyStar übernommen hatte, stellt vor allem hochwertige Reaktivfarbstoffe für Textilien her, die für eine hohe Waschbarkeit der Kleidung sorgen. Doch diese Qualität habe einen Preis, so Mucha, der sich beispielsweise auf dem asiatischen Markt nicht durchsetzen lasse.

Neben den Textilfarbstoffen produziert CFB auch Papierfarbstoffe. Dieser Bereich ist stabil und soll in einer anderer Produktionsstätte des Mutterkonzerns, der Chemie Werke Bitterfeld-Wolfen (CWB), gefahren werden. Für eine kostendeckende Auslastung hätten die Papierfarben in Brunsbüttel aber laut Mucha bei weitem nicht gereicht.

Auch wenn es nicht der Hauptgrund für die Schließung ist, so haben doch die hohen Fixkosten im Bayer-Chemiepark dazu beigetragen. „Wir sollen 2015 allein für die Feuerwehr über eine Million Euro zahlen“, beklagt Werkleiter Michael Braas, der bereits andere Betriebe im Chemiepark unter Druck sieht und vor einem Domino-Effekt warnt.

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