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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 10:10 Uhr

Urlaub : Familien sind die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Leitung der Jugendherberge Glückstadt zieht positive Bilanz für 2014. Angebote für junge Familien mit Kindern sollen ausgeweitet werden.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 12:52 Uhr

Immer mehr junge Familien mit Kindern machen Urlaub in der Jugendherberge am Hafen. „Wir konnten im vergangenen Jahr einen Zuwachs bei den Übernachtungen von rund fünf Prozent verbuchen“, sagte Herbergsleiter Jörg Schönberger auf der Jahresversammlung des Kreisverbandes Steinburg-Pinneberg des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH). 17  079 Übernachtungen verzeichnete die Herbergsleitung – 870 mehr als 2013. Für den Zuwachs sind laut Schönberger vor allem Besuche von Familien verantwortlich. Tendenziell gewinnen sie für Jugendherbergen zunehmend an Bedeutung.

„Familien sind die Zukunft“, sagte Herbergsleiter Jörg Schönberger. „Klassenfahrten sind auch weiterhin sehr wichtig, aber der demographische Wandel hin zu einer älteren Bevölkerung wird zukünftig zu sinkenden Schülerzahlen führen.“ An Bedeutung verliere dagegen andere Reisegemeinschaften wie Wandergruppen, die früher eine große Rolle in den Jugendherbergen spielten. Dagegen sei die Jugendherberge als Tagungsort für Seminargruppen – etwas Auszubildende großer Unternehmen – zunehmend beliebt.

Um weiterhin gerade bei den Familien erfolgreich zu sein, sei es allerdings nötig, das Angebot weiter zu verbessern, so Schönberger. Diese Kundengruppe sei besonders anspruchsvoll und mobil. „Wir müssen uns bemühen, wenn wir dort erfolgreich sein wollen.“ Es würden zum Beispiel mehr Zimmer als bisher mit eigenen Bädern benötigt, lautet ein Fazit der Herbergsleitung aus der Entwicklung der vergangenen Jahre. Auch ein gutes Online-Angebot sei wichtig. „Wenn diese Kunden nicht sofort finden, was sie suchen, sind sie sehr schnell woanders“, berichtet Schönberger.

Der Wunsch der Herbergsleitung nach neuen Bädern für einen Teil der Zimmer in dem Haus mit insgesamt 108 Betten richtete sich in der Versammlung vor allem an Manfred Trube, der als Vorstandsmitglied den Landesverband „Nordmark“ des DJH vertrat, der der Träger der Jugendherbergen ist, während der Kreisverband eher die Funktion eines Fördervereines übernimmt und die jeweiligen Häuser mit ehrenamtlichen Aktivitäten unterstützt. Für die Herberge in Glückstadt, die im achten Betriebsjahr und damit relativ neu ist, seien erstmal keine größeren Investitionen von Seiten des Landesverbandes möglich, bremste Trube aber die Erwartungen. „Wir haben finanziell einige große Brocken vor der Brust.“

Zudem sei mit sinkenden Fördermitteln aus der öffentlichen Hand zu rechnen. Ein Betreiber einer kommerziellen Kette von sogenannten „Hostels“ – günstigen Hotels mit ähnlichem Flair wie Jugendherbergen – hatte auf europäischer Ebene gegen die seiner Meinung nach wettbewerbsverzerrenden Fördergelder für Jugendherbergen in Deutschland geklagt. Das sei wohl vom Tisch, berichtete Trube. „Ich erwarte aber, dass die Klage leider negative Auswirkungen auf die öffentliche Förderung in der Zukunft haben wird.“

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