Familien-Deutz: Seit fast 60 Jahren auf dem Hof

Wie aus dem Ei gepellt: Otto Claussen hält den alten Familien-Deutz in Ehren.
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Wie aus dem Ei gepellt: Otto Claussen hält den alten Familien-Deutz in Ehren.

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31. Juli 2015, 14:59 Uhr

Eigentlich hat der Deutz den kleinen Hof in Kirchducht nie so richtig verlassen. Kurt Hermann Albers hatte sich den 11-PS-Schlepper vom Typ F1L612 im Jahre 1956 bei einem Händler in Neufeld in Dithmarschen geholt. Seitdem gehört der Traktor zum Inventar des einst elf Hektar großen Betriebes. Nur als der Elbdeich erhöht wurde, musste zeitweise ein größerer Schlepper ran. Der Deutz schaffte es nicht mehr mit schwerem Anhänger über den jetzt höheren Deich.

„Ich kenne den Trecker auch schon seit 40 Jahren“, berichtet Schwiegersohn Otto Claussen, in dessen Händen das historische landwirtschaftliche Gerät jetzt ist. „Das war damals einer der ersten im Dorf.“ Der 64-Jährige hat den Deutz einmal komplett zerlegt und wieder zusammengebaut, ihm frischen Lack und neue Reifen spendiert. Jetzt steht der Schlepper wie aus dem Ei gepellt dar. Wirklich kaputt sei auch nichts gewesen. „Nur die Farbe war fast komplett runter.“

Vom ersten Tag an bis heute war der Deutz auch zugelassen und alle zwei Jahre vom TÜV abgesegnet. Richtig arbeiten lässt Claussen die elf Pferdestärken aber nicht mehr. Mal so im Dorf rumfahren oder Holz holen, sagt Claussen, der 45 Jahre bei Prinovis in Itzehoe gearbeitet hat und jetzt Rentner ist. Anlassen muss er den Trecker allerdings auch dann, wenn die Enkel zu Besuch sind.

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