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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 10:07 Uhr

Jubiläum : Familiärer Jahrmarkt mit Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Empfang zum 525. Jubiläum: Viel Lob für Marktmeister Klaus Struve, der sich mit Herzblut engagiert.

Bürgervorsteher Heinz Köhnke kann sich noch gut erinnern, als er ein kleiner Junge war: Monatelang fieberten er und seine Freunde dem Jahrmarktstermin entgegen. Jeder Groschen wurde beiseite gelegt, um ihn dann auf dem Rummel – damals noch am Holzkamp – an Vespermanns Prachtkarussell oder beim Werfen mit Ping-Pong-Bällen auszugeben oder in Salmilollis und Alli Balli zu investieren. Auf dem Heimweg „kaute jeder auf irgendetwas herum“ und alle waren sich sicher: „Beim nächsten Jahrmarkt sind wir wieder dabei.“

Und das gelte auch heute noch, sagte Köhnke gestern beim Empfang zum Jubiläum „525 Jahre Itzehoer Jahrmarkt“. Der Markt, der seit 1959 auf den Malzmüllerwiesen stattfindet, hat Tradition. Die Termine im Frühjahr und Herbst haben einen festen Platz im Terminkalender der Stadt – und sie sind bei Schaustellern und Besuchern gleichermaßen beliebt. Das liegt nicht nur am Standort, den die Marktbeschicker bei der Eröffnung als „schönsten Marktplatz Schleswig-Holsteins“ bezeichneten. Es liegt vor allem an einem Mann: Marktmeister Klaus Struve.

Als er 1977 das Amt übernahm, habe es Skeptiker gegeben, erinnerte Köhnke. „Ein Polizeibeamter soll Marktmeister werden? Das geht ja gar nicht!“, haben sie gesagt. Es dauerte nicht lange, bis sie verstummten. Denn Klaus Struve hatte sich nicht nur gut vorbereitet und seinen Vorgänger klammheimlich schon ein Jahr lang bei der Arbeit begleitet. Er hat auch viele gute Ideen eingebracht. „Besonders wichtig ist ihm dabei, in all den Rummel auch eine menschliche und soziale Note zu bringen“, sagte Köhnke. So geht zum Beispiel das Benefiz-Fußballspiel zwischen Schaustellern und Stadtverwaltung auf seine Initiative zurück, und er sorgte dafür, dass die Lütten des heilpädagogischen Kindergartens der Lebenshilfe jedes Jahr zu einem Rundgang eingeladen werden.

Auf Märkten in ganz Norddeutschland ist Struve in seiner Freizeit unterwegs, um neue interessante Fahrgeschäfte aufzustöbern. Ihm sei es zu verdanken, dass aus den 60 Betrieben, die in den 1970-er Jahren auf dem Itzehoer Jahrmarkt standen, inzwischen 90 geworden sind. Sein Verhältnis zu jedem einzelnen davon ist gut – schließlich ist er auf jedem Markt persönlich präsent. „Der Jahrmarkt in Itzehoe ist sein Herzblut!“

Der Itzehoer Jahrmarkt sei geprägt durch Tradition und Verbundenheit, „es ist sehr familiär in Itzehoe“, betonte auch Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste. Dafür sorge Klaus Struve. „Der Jahrmarkt ist wie ein Kind, das er betreut“, sagte Pump. „Ich weiß es sehr zu schätzen, was er leistet.“ Der Marktmeister wisse, wie er jeden zu nehmen habe. „Die Schausteller fühlen sich wohl, er fühlt sich wohl – als Amtsleiter habe ich ein sehr gutes Gefühl“, betonte Pump. Der Itzehoer Jahrmarkt habe Zukunft. Nur beim Gedanken daran, dass der Marktmeister mit dem Ruhestand liebäugele, werde ihm bange.

Klaus Struve selbst ist kein Freund der großen Reden. Er beging das Jubiläum auf seine Weise: Mit einem selbst komponierten und gedichteten Lied am Akkordeon würdigte er „die schöne Stadt und den schönen Jahrmarkt“. Die Besucher schunkelten vergnügt mit. Und der begeisterte Applaus und die Zugabe-Rufe am Ende galten nicht nur seinem „Itzehoe ahoi“ – sondern auch der Liebe und Hingabe für sein Baby, den Itzehoer Jahrmarkt.
> Der Markt ist bis Montag täglich von 14 bis 23 Uhr geöffnet. Die Hochseilattraktion steht heute bis Sonntag jeweils um etwa 15, 17 und 19 Uhr auf dem Programm.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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