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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 15:48 Uhr

erwischt : Falscher Polizist als Falschparker

vom

Kein Parkplatz beim Lägerdorfer Weihnachtsmarkt: Da gibt sich ein Hesse als Polizist aus, wird aber erwischt. Nun hat er viel Ärger am Hals.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 10:10 Uhr

Den Lägerdorfer Weihnachstmarkt besuchten am Sonntagnachmittag viele Menschen aus Nah und Fern - auch ein 24-Jähriger aus Rüsselsheim, der mit einem schnittigen BMW den Veranstaltungsort an der Dorfstraße aufsuchte. Doch wo viele Menschen in einem kleinen Ort zusammenkommen und Straßen und Plätze schon voll geparkt sind, stellt sich immer die Frage: "Wohin mit dem eigenen Auto?"

Der Rüsselsheimer entschied für sich, sein Fahrzeug bei der Feuerwehrzufahrt zu parken - doch dafür bekam er keine Erlaubnis. Das störte ihn offensichtlich, denn um seiner eigenen Bedeutung und Wichtigkeit Nachdruck zu verleihen, stellte er ein mitgeführtes Blaulicht auf das Dach seines BMW und zog eine Polizeimarke mit der Aufschrift "Kriminalpolizei Frankfurt am Main" aus der Tasche.

Doch statt in Ehrfurcht vor dem Mann zu erstarren und ihm schnell noch einen Parkplatz zu bauen, handelte ein Lägerdorfer so, wie es der Mann aus Hessen wohl nicht erwartet hatte: Der Lägerdorfer, im Beruf Polizeibeamter bei der Polizeidirektion Itzehoe und auf dem Weihnachtsmarkt in ziviler Kleidung, blieb zusammen mit einer Zeugin aus Glückstadt so lange bei dem 24-Jährigen, bis eine benachrichtigte Polizeistreife aus Horst herangeeilt war und den Falschparker in ihre Obhut nahm.

Zunächst blieb der Rüsselsheimer wortkarg und machte keine Angaben zu seiner Person und seinem Handeln. Dann offenbarte er sich und gab zu, sich nur als Polizeibeamter ausgegeben zu haben, ohne dazu berechtigt zu sein. Woher er Polizeimarke und Blaulicht hatte, wollte er allerdings nicht verraten. Behalten durfte er die Gegenstände dennoch nicht - sie wurden ebenso beschlagnahmt wie ein Teleskopschlagstock, den der 24-Jährige hinter dem Fahrersitz seines Pkw deponiert hatte. Gegen ihn wird nun wegen Amtsanmaßung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

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