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Norddeutsche Rundschau

17. November 2017 | 22:26 Uhr

Falscher Angeklagter vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wer hat da einen Fehler gemacht? Diese Frage blieb ungeklärt im vor dem Amtsgericht Itzehoe geführten Strafverfahren gegen einen 27-jährigen Schausteller aus Itzehoe. Der Mann musste sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Er wurde nach wenigen Minuten von Strafrichter Mark Eidam wegen erwiesener Unschuld freigesprochen.

Am frühen Abend des 28. Juli 2016 spielte ein Nachbarkind mit anderen Kindern in der Breiten Straße vor dem Haus, in dem die Wohnung des Angeklagten liegt. Zwei Frauen kamen aus dem Haus. Mit ihnen stürmte unangeleint ein junger Jack-Russell-Terrier ins Freie. Er sprang das Kind an und biss ihm in den Finger. Die Mutter des Kindes erstattete Strafanzeige bei der Polizei. Wenige Wochen später wurde dem Angeklagten von der Staatsanwaltschaft Itzehoe wegen fahrlässiger Körperverletzung ein Strafbefehl mit einer Verwarnung unter Strafvorbehalt von 150 Euro zugestellt. Als vermeintlicher Hundehalter habe er seine Aufsichtspflicht verletzt und zugelassen, dass der Terrier unangeleint aus dem Haus rennen konnte.

Der 27-Jährige legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein. So kam es jetzt, 15 Monate später, zum Prozess. ,,Ich habe keinen Hund“, sagte der 27-Jährige und erklärte, dass seine Mitbewohnerin Halterin des Terriers sei. Er selbst sei am Tattag gar nicht zugegen gewesen. Die als Zeugin gehörte Mutter des gebissenen Mädchens schilderte, was ihre Tochter ihr damals berichtet hatte. „Es war nur ein kleiner Biss. Ich wollte aber klären, warum man, wenn ein Kind gebissen wird, den Hund auf den Arm nimmt, das Kind liegen lässt und abhaut“, sagte die Mutter vor Gericht und stellte klar: ,,Der Angeklagte war gar nicht dabei.“

Richter Eidam wie auch der Vertreterin der Staatsanwaltschaft reichten die Einlassung des Angeklagten und die Aussage der Zeugin, um zu erkennen: Da sitzt der Falsche auf der Anklagebank. Wenige Augenblicke später sprach Richter Eidam den
27-Jährigen vom Tatvorwurf frei.

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