Attraktion : Fairplay: Ein junges Traditionsschiff

Kommt wieder in den Glückstädter Hafen: Die Fairplay VIII.
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Kommt wieder in den Glückstädter Hafen: Die Fairplay VIII.

Lebendiges Denkmal der maritimen Geschichte: Schlepper aus Hamburg zu Gast bei den Glückstädter Matjeswochen.

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01. Juni 2018, 05:00 Uhr

Mit seinen 600 PS war der Schlepper Fairplay VIII einst ein kleiner Kraftprotz. Als er vor gut 50 Jahren gebaut wurde, löste er die älteren Dampfschlepper ab und entsprach neuesten technischen Standards. Für heutige Verhältnisse dagegen ist der Schlepper schwach. Die leistungsstärksten Modelle bringen es heute auf mehr als 6000 PS. Seit einigen Jahren ist die Fairplay VIII daher das jüngste Museumsschiff der Stiftung Hamburg Maritim, bietet regelmäßig Ausflugsfahrten an und ist auch in diesem Jahr wieder zu Gast bei den Glückstädter Matjeswochen Mitte Juni. Dann liegt das Schiff im Hafen und kann am 16. und 17. Juni tagsüber besichtigt werden.

1962 in Hamburg gebaut, hatte die Fairplay VIII gleich bei der großen Sturmflut im selben Jahr ihren ersten Einsatz, bei dem sie losgerissene Frachter sicherte. Danach sorgte sie viele Jahre lang als Schlepper dafür, dass die großen Frachtschiffe in den Hamburger Hafen hinein- und wieder hinauskamen. Weil sie für die immer größer werdenden Containerschiffe zu schwach wurde, wurde sie 2002 nach Wismar verlegt, wo sie bis Mitte Mai 2009 immer noch im täglichen, aber etwas gemächlicheren Einsatz war. Als die Fairplay-Rederei, die bis heute Schlepper im Hamburger Hafen betreibt, das Schiff abwracken wollte, übernahm es die Stiftung Hamburg Maritim zum symbolischen Preis von einem Euro. Der Oldtimer wurde gründlich überholt und ist seit 2010 wieder fahrtauglich und als Museumsschiff im Einsatz.

„Auch wenn der Schlepper im Gegensatz zu anderen Traditionsschiffen noch relativ jung ist, ist er für mich ein lebendiges Denkmal der Schifffahrtsgeschichte“, sagt Paul Britzkow (72), Vorsitzender der „Freunde des Schleppers Fairplay VIII“.

Der 60 Mitglieder zählende Verein kümmert sich heute um die Instandhaltung und den Betrieb des Schiffs. Stolz zeigt Britzkow den voll funktionsfähigen Sieben-Zylinder-Dieselmotor im Inneren. Auch die Wohn- und Arbeitsräume unter Deck sind gut in Schuss. Passagiere können heute rund um die Schleppwinde im Heck des Schiffes, die allerdings nicht mehr zum Einsatz kommt, Platz nehmen. Neben den neun Besatzungsmitgliedern passen bis zu 27 Gäste an Bord.

Vom Museumshafen in der Hafen-City aus, bieten die Freunde der Fairplay VIII regelmäßig Traditionsfahrten durch den Hamburger Hafen an und nehmen an Veranstaltungen wie Schiffstaufen und dem Hafengeburtstag teil. Zu den Matjeswochen kommen sie schon seit vielen Jahren. „Wir überlegen derzeit, Glückstadt öfter einmal anzulaufen, etwa zu verkaufsoffenen Sonntagen“, sagt Britzkow.

Darüber hinaus wird das Museumsschiff gern als Filmkulisse genutzt. Für eine Produktion des Berliner Elektrorockers Rummelsnuff kam sogar Ärzte-Sänger Bela B. an Bord. Gemeinsam drehten sie das Musikvideo zu Rummelsnuffs Lied „Schiffbruch“, in dem die Fairplay VIII tatsächlich in ein Unwetter gerät und mit den beiden Künstlern an Bord versinkt. Am Ende liegt ihr Wrack am Meeresgrund und wird von Fischen durchschwommen. Zum Glück alles nur ein Film.


> Weitere Informationen:

www.fairplay8.de

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