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Kriminalität in Itzehoe : Fahrräder bleiben beliebte Beute

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit 222 Fahrraddiebstählen im vergangenen Jahr liegt Itzehoe über dem Landesdurchschnitt. Ein Drittel aller gestohlenen Drahtesel war nicht gesichert.

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erstellt am 26.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Während landesweit die Zahl der Fahrraddiebstähle in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen ist, bleibt sie in Itzehoe durchweg auf hohem Niveau. Im Jahr 2015 wurden 222 Fälle angezeigt. Mit 86 Diebstählen pro 10 000 Einwohner liegt die Kreisstadt damit über dem Landesdurchschnitt von 54 Fällen, erreicht jedoch nicht das Niveau von Heide (112 Fälle) oder Elmshorn (111 Fälle). Im laufenden Jahr zeichne sich eine ähnliche Tendenz ab, wie Polizei-Sprecherin Merle Neufeld auf Anfrage mitteilt.

Bestimmte Muster ließen sich nicht ablesen: „Mal werden ganz einfache und mal sehr hochwertige Räder gestohlen“, sagt Neufeld. Schwerpunkte seien neben Bahnhof und Busbahnhof vor allem die Schulen. „Schulhöfe sind zeitweise menschenleer und häufig von außen schlecht einsehbar, für Diebe also sehr günstig.“

Die Statistik unterscheidet zwischen „einfachen“ Diebstählen, bei denen die gestohlenen Fahrräder nicht gesichert waren, und „schweren“ Diebstählen, bei denen die Drahtesel zum Beispiel mit einem Schloss befestigt waren. Auffällig: Immerhin ein Viertel der gestohlenen Räder war nicht gesichert. „Diese Fälle hätten also durchaus vermieden werden können“, so Neufeld. Fahrradfahrern rät sie, das Schloss stets am Rahmen und an einer festen Einrichtung anzubringen – auch auf dem eigenen Grundstück. „Häufig werden Fahrräder von privaten Auffahrten gestohlen, wo sich die Leute vermeintlich sicher fühlen.“

Sollte es dennoch zum Diebstahl kommen, sei es hilfreich, die Rahmennummer zu kennen, die an jedem Fahrrad eingraviert ist. „Oft werden gestohlene Fahrräder wieder gefunden und können dann nicht mehr zugeordnet werden.“ Wohl mit ein Grund für die geringe Aufklärungsquote, die in Itzehoe im vergangenen Jahr bei 5,4 Prozent lag.

An öffentlichen Orten, empfiehlt die Polizei-Sprecherin bewachte Stellplätze zu nutzen, etwa die Fahrradstation am Bahnhof. Dort nutzen täglich etwa 60 Berufspendler einen der 100 Stellplätze.

Aktuell soll die Anlage modernisiert werden: Seit Anfang des Jahres gibt es mit der Brücke SH einen neuen Betreiber. Die Einrichtung, die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt hilft, will gemeinsam mit der Stadtverwaltung in eine neue Schließanlage, neue EDV und eine Videoüberwachung investieren. Die Mittel dafür hat der Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag freigeben. „Wir wollen die Station in Zukunft wieder mehr beleben“, verspricht Matthias Kruit von der Brücke SH.

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