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Pendler im Portrait : Fahrplan lässt Zeit für Familie

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Viele Menschen fahren mit der Bahn zur Arbeit. Wir stellen in einer Serie Pendler vor. Heute: Jan-Erik Bast.

Nach der Arbeit, da möchte sich Jan-Erik Bast (44) in erster Linie um die Familie kümmern. Der Vater von vier Kindern, von denen zwei noch zu Hause wohnen, versucht, mit beiden möglichst viel zusammen zu machen. „Einmal in der Woche ist Familienabend“, sagt der Glückstädter. „Dann treffen wir uns, um über Alltag und interessante Themen zu sprechen. Außerdem haben wir einen Tischkicker, an dem wir uns heiße Gefechte liefern.“

Das möchte er nicht missen, jedoch: „Für die Aktivitäten muss ich abends zu Hause sein.“ Und das ist nicht immer ganz leicht, denn der Sozialversicherungsangestellte arbeitet in Hamburg-Altona und pendelt seit 16 Jahren dorthin, jetzt mit der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). „Wäre das aufgrund eines geänderten Fahrplans nicht mehr möglich, dann müsste meine Familie ihre gemeinsamen Aktivitäten einschränken – und das will ich nicht.“

Zusammen mit seiner Frau Gabi, die auch in Hamburg tätig ist, steigt er jeden Morgen um 6.49 Uhr in den Zug und ist um kurz nach halb acht bei der Arbeit. Zurück fährt er abends um 17.33 Uhr und ist um 18 Uhr wieder in Glückstadt.

Im Zug hat er Zeit zum Lesen – meist eine Zeitung oder Bücher, aber auch Romane und Unterhaltungsliteratur. „Ich lese auch viel kirchliche Literatur, denn wir sind Mitglieder in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage.“ Innerhalb der Woche widmet sich der 44-Jährige abends auch diversen weiteren Aktivitäten, belegt zum Beispiel einen Englischkurs und singt in einem überregionalen Kirchenchor. Da liegt für ihn aber das Problem: „Wenn ab 18 Uhr keine Züge der NOB mehr fahren, gucke ich in die Röhre. Dann muss ich von Altona erst zum Hauptbahnhof fahren, und das dauert um einiges länger.“ Selbst falls Pläne Realität würden, die NOB nur tagsüber zu streichen, sie nach 20 Uhr aber wieder in Glückstadt halten zu lassen, sei das keine Lösung: „So lange möchte ich nicht in Hamburg bleiben.“ Mit der NOB ist er schnell wieder zu Hause und fährt aufgrund des Komforts auch gerne mit, „mit der Regionalbahn aber nicht“, sagt er, „aufgrund der veralteten Technik und des Zustandes der Waggons. Das wäre nur eine Lösung für den Notfall.“

Die Familie lebt gerne hier, weil es viele Möglichkeiten gibt: die Schule und den Sportverein für die Kinder. „Es ist eine schöne Stadt zum Leben.“ Trotzdem werde er nun sehen, was nach der Fahrplanänderung passiert. „Wir haben vorher in Elmshorn gewohnt, wo auch die Verwandtschaft lebt und wo es gute Verbindungen nach Altona gibt. Die NOB würde dort halten.“

Wenn keine Zeit mehr ist, um abends da zu sein, weil man in der Bahn sitzt, dann verliert das Wohnen in Glückstadt für ihn seinen Reiz. „Der Gedanke ist im Hinterkopf, wenn alles nichts mehr nützt, nach Elmshorn zurück zu ziehen.“

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