zur Navigation springen

Ausstellung : Färberei-Fahrzeuge im Hablik-Design

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Ausstellung zeigt bewegte 240-jährige Firmengeschichte des Kellinghusener Unternehmens. Eröffnung ist am Sonntag um 15 Uhr.

Die bunt lackierten Lieferfahrzeuge der Färberei Junge waren in den 50er Jahren ein besonderer Blickfang. Zu sehen sind Ablichtungen sowie ein Holzmodell von ihnen in der Museums-Schau „Färberei Junge – Kellinghusen 1742-1979“, die am morgigen Sonntag um 15 Uhr eröffnet wird.

Ein Foto zeigt die farbenfroh Wagenflotte auf dem Vorplatz des Unternehmens in der Lehmbergstraße. Die Vorlage für das aufällige Design schuf Wenzel Hablik. Engagiert worden war der Künstler von dem ebenso traditionsbewussten wie kunstsinnigen Unternehmer Adolf Paul Junge (1873-1944). Mit dem Künstler-Ehepaar Hablik-Lindemann bestand seinerzeit eine enge Zusammenarbeit. Junge übernahm zahlreiche Färbeaufträge für die Handweberei von Elisabeth Hablik-Lindemann.

Rund 240 Jahre bestand die Färberei Junge in Kellinghusen. „Anhand der Firmenchronik lässt sich die Entwicklung sehr gut nachvollziehen“, sagt Museumsleiter Hans-Georg Bluhm. Die Geschichte reicht von den Anfängen als einfaches Landhandwerk, das für ein kleines lokales Umfeld betrieben wurde, bis hin zum maschinellen Betrieb mit zahlreichen Filialen in Schleswig-Holstein und Hamburg. „Neben der Einführung des Maschinenbetriebs ist die Entwicklung auch durch den Übergang vom Färben mit Naturfarbstoffen zu den industriell hergestellten synthetischen Farbstoffen geprägt“, so Bluhm. Hinzu komme die Ausweitung auf den Bereich der chemischen Reinigung, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts aufgenommen wurde, und nach dem Zweiten Weltkrieg der bedeutendste Geschäftszweig werden sollte.

Seit 1978 überließ die Familie Junge dem örtlichen Museum zahlreiche Dokumente, Fotografien und Objekte aus der Firmengeschichte. „Eine Projektförderung der Firma Fielmann AG Hamburg ermöglichte die wissenschaftliche Auswertung der textiltechnischen Quellen durch die Hamburger Textilrestauratorin Dominique Loeding“, erklärt Bluhm. Die Kulturstiftung des Kreises Steinburg förderte eine bebilderte Publikation, das Museum übernahm die Ausrichtung der Sonderausstellung. Zudem ergänzten zahlreiche Leihgeber die Präsentation.

„Es ist wie nach Hause kommen“, sagte Marga Junge-Stolle bei einem ersten Besuch der liebevoll gestalteten Schau. Viele Exponate – wie zum Beispiel die original Holzvertäfelung aus dem Privatkontor mit aufgesetzten Druckstöcken – führen geradewegs zurück in die Kinder- und Jugendzeit im Familienunternehmen. Herzlich lachen muss Junge-Stolle über einen von ihr verfassten Aufsatz in Schönschrift. „Die Arbeit wurde vom Lehrer nicht gewertet, weil ich den Nachweis der Eigenständigkeit nicht erbringen konnte.“

An den Beginn eines Rundgangs durch die Schau stellen Hans-Georg Bluhm und Dominique Loeding ein Diorama aus dem Museum Tuch und Technik in Neumünster. Die Szene im Guckkasten veranschaulicht, wie um 1800 auch bei Junge der Blaudruck erfolgte. Anschließend geht’s im Uhrzeigersinn durch rund 240 Jahre Stadt- und Unternehmensgeschichte.

Zur Eröffnung spricht Ehler August Junge ein Grußwort der Familie. Dominique Loeding erläutert die Ausstellung. Ein letztes Mal tritt Hans-Georg Bluhm vor das Publikum. Nach 24 Jahren Museumsleitung verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen