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Wirtschaft und Verkehr : Fähr-Reederei bittet um Darlehen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neuer Anlauf auf der Linie zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven im Frühjahr als Zielvorgabe.

von
erstellt am 13.Nov.2017 | 12:17 Uhr

Mit dem Slogan „Der Weg ist das Ziel“ wirbt die Elb-Link Fährgesellschaft seit dem Neustart nach der Insolvenz im Frühjahr um Fahrgäste. Doch die Wege sowohl auf Brunsbütteler wie auch auf Cuxhavener Seite enden seit dem 10. Oktober an den jeweiligen Fähranlegern. Und das dürfte noch einige Zeit so bleiben. Nach jüngsten Informationen durch die Reederei dürfte der Betrieb vor dem Frühjahr 2018 nicht mehr aufgenommen werden.


Mitteilung auf Facebook

Über Facebook verbreitete Elb-Link am Freitagabend diese Nachricht: „Da sich im Moment sehr Viele Gedanken um die Zukunft der Elb-Link-Fährgesellschaft machen, hier ein kurzer Stand der Dinge: Wir sind derzeit in intensiven Gesprächen mit Politik, Banken und möglichen Vercharterern mit dem Ziel, spätestens im Frühjahr mit einem zukunftsfähigen Konzept den Fährbetrieb wieder aufzunehmen. Derzeit gibt es aber noch einige Punkte, die intensiv erörtert werden müssen. Doch es gibt bereits Ansätze für eine positive Entwicklung. Bitte gebt uns noch ein wenig Zeit, wir werden Euch rechtzeitig informieren.“

Für die angeschlagene Reederei, die als Nachfolgegesellschaft des in die Insolvenz gegangenen nahezu gleichnamigen Unternehmens den Betrieb seit dem Neustart im Mai in sicheres Fahrwasser führen sollte, ist die Luft offenbar denkbar knapp. Einnahmen werden seitdem der Vercharterer im Oktober die Reißleine gezogen hat und das Schiff nicht mehr zur Verfügung stellt, nicht mehr generiert. Dabei stehen noch rund 50 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste. Eine neuerliche Insolvenz solle vermieden werden, betonte Geschäftsführer Bernd Bässmann gestern auf Nachfrage. Deshalb geht das Fährunternehmen in eine Art Winterschlaf. Hinter den Kulissen wird fieberhaft am Neustart im kommenden Jahr gearbeitet. Um finanziell über die Runden zu kommen, hat Elb-Link Bittbriefe an die beiden Landesregierungen, an die Landräte in Dithmarschen und Cuxhaven sowie die Bürgermeister der beiden Hafenstädte geschickt. Benötigt werden insgesamt 200 000 Euro als Darlehen.

Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat dazu in Heide nochmals die Position der Landesregierung unterstrichen: Es werde keine Beteiligung geben. Etwas verhaltener äußerte sich gestern Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck gegenüber unserer Zeitung. „Es soll nicht um Zuschüsse gehen, sondern um eine Art Liquiditätsdarlehen“, so der Verwaltungschef. Dies werde derzeit in Brunsbüttel geprüft. Anders als für das Land könnte durchaus eine regionale Bedeutung der Fährlinie vorliegen, die ein Darlehen rechtfertige. Mohrdieck gibt zu: „Wir würden mit öffentlichen Mitteln einen privaten Betrieb unterstützen.“ Ein solcher Schritt müsse für die Stadt rechtssicher sein. „Das Land hat da eine andere Rolle.“


Ohne Landesbürgschaft

Die 200 000 Euro sollen helfen, das Geschäft ohne Einnahmen und mit in Kurzarbeit geschickten Mitarbeitern am Leben zu erhalten, sagt Bässmann. Ein Großteil der Fixkosten sei gesenkt worden. Eine Landesbürgschaft sei für ihn indes kein Thema, betont der Elb-Link-Chef. Die Eigner der „Grete“ hätten 4,5 Millionen Euro gefordert. Eine Summe, an der das Unternehmen kaputt gegangen wäre. Weshalb die Eigner der Fähre kein Entgegenkommen zeigen, sei ihm unverständlich: „Wenn drei Schiffe beschäftigungslos liegen und kein Geld einbringen, erschließt sich mir das nicht.“ Neben der „Grete“ liegt auch die „Saaremaa“ in Wewelsfleth, das dritte Schwesterschiff „Hiiumaa“ liegt in Kiel.

Bässmann bestätigt die schwierige Situation: „Wir sind im Moment nicht da, wo ein Betrieb für uns langfristig wäre.“ Jetzt zu starten, rechne sich auf keinen Fall. Das soll sich ändern, indem versucht wird, Investoren ins Boot zu bekommen. Die müssten keine Fähren mitbringen. Ebensowenig müsste in Zukunft ein Schiff von den bisherigen Eignern kommen.

Bernd Bässmann hofft, dass sowohl Brunsbüttel als auch Cuxhaven die Möglichkeiten für ein Darlehen sehen, idealerweise „bringen sich beide Kommunen gemeinsam ein“.

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