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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 06:33 Uhr

Fachkräfte dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mangel von qualifiziertem Personal wirkt sich in Dithmarscher Verwaltungen unterschiedlich aus /Erste Folgen in Heide erkennbar

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 11:18 Uhr

Der Fachkräftemangel in Dithmarschen trifft nicht nur private Unternehmen, sondern auch den öffentlichen Sektor: Während sich die Verwaltungen früher vor Bewerbungen kaum retten konnten, nimmt heutzutage die Zahl der offenen Stellen zu. Vor allem im Heider Rathaus brennt es, wo sich speziell im technischen Bereich Lücken auftun.

Derzeit sind in der dortigen Tiefbauabteilung zwei Positionen unbesetzt. „Wir benötigen Diplom-Tiefbauingenieure, finden aber keine“, stöhnt Bürgermeister Ulf Stecher (CDU). „Auf unsere Ausschreibungen, die wir bundesweit über alle Medien, Fachzeitschriften und gängigen Portale veröffentlichen, erhielten wir nicht eine passende Bewerbung.“ Bitter stößt dem Verwaltungs-Chef der Dithmarscher Kreisstadt vor allem auf, dass nach dem Fortgang von Georg Jahnsen, die Spitze des Bauamts weiterhin vakant ist. „Auf unsere Stellenanzeigen haben sich zwar Interessenten gemeldet, doch nicht einer erfüllte die Qualifikation für diesen anspruchsvollen Job. Die Schwierigkeiten, die wir seit geraumer Zeit wälzen, habe ich in meiner 13-jährigen Amtszeit als Bürgermeister noch nicht erlebt.“ Der Mangel an technischen Mitarbeitern zeigt erste Folgen. Aktuell müsse, so Bauausschussvorsitzender Manfred Will (SPD), die Sanierung der maroden Kreuzstraße um voraussichtlich ein Jahr verschoben werden. „Wir haben im Moment nicht das Personal, um das Projekt begleiten zu können.“

Heides büroleitender Beamter Rango Lorenz spricht in diesem Zusammenhang von „einem generellen Problem, und das nicht nur in Schleswig-Holstein“. Dass qualifizierte Kräfte in dieser Zeit einen Job in der Wirtschaft suchten, habe vor allem finanzielle Gründe. „In der Bezahlung liegen mehrere hundert Euro dazwischen“, so Lorenz. „Je höher die Spezialisierung im technischen Bereich desto schwieriger wird es für die kommunale Verwaltung, Leute zu finden.“ Dabei sei der öffentliche Dienst mit seinen geregelten und familienfreundlichen Arbeitszeiten sowie umfangreichen Zusatzleistungen eigentlich ein attraktiver Arbeitgeber. Vergleichsweise besser steht die Stadt Brunsbüttel dar. „Wir verzeichnen keinen Fachkräftemangel. Bei uns sind derzeit für den Bereich Hoch- und Tiefbau alle Stellen besetzt“, teilt Mike Missullis, Koordinator der Fachbereiche im Brunsbütteler Rathaus, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Wir sind gut aufgestellt und haben nicht, wie in Heide, das Problem, Baumaßnahmen verschieben zu müssen.“ Für besondere Vorhaben bediene man sich externer Fachbüros. Es sei jedoch festzustellen, erklärt Missullis, dass es schwieriger werde, eine Vielzahl von qualifizierten Bewerbungen auf eine Stellenausschreibung zu bekommen. Diese beziehe sich auch auf den Bereich der Verwaltungskräfte. „Nach einer Neubesetzung ist es entscheidend, das Personal am Standort zu halten. Wir haben gute Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht, die in Brunsbüttel und Umgebung wohnen oder einen Bezug zur Region haben.“

Der büroleitende Beamte der Schleusenstadt macht auf einen weiteren Aspekt der Mitarbeitergewinnung aufmerksam: „Es ist schwierig, Personal, das aus größeren Städten kommt, dauerhaft zu halten. Das hat mit fehlenden Freizeit– und Konsum-Angeboten zu tun.“ Positiv ist die Lage auf der Ausbildungsebene. „Wir bilden unseren Nachwuchs selbst aus. Prinzipiell erhalten die jungen Leute nach erfolgreicher Abschlussprüfung einen befristeten Anschlussvertrag über sechs Monate. Danach prüfen wir, ob freie Planstellen vorhanden sind“, so Missullis.

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