Fachhochschule platzt aus allen Nähten

Kanzler Rüdiger Günther
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Kanzler Rüdiger Günther

Ausgelegt ist die FH Westküste für 1000 Studenten – 1800 sind es schon jetzt / Stadt gibt grünes Licht für Erweiterungsbau

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28. Juni 2015, 12:59 Uhr

Die Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide braucht Platz. Schon längst ist es an der kleinen Alma Mater in Dithmarschen zu eng. Für 1000 Studenten ist die FHW ausgelegt. 1800 sind es bereits. Wie viele mit dem doppelten Abi-Jahrgang hinzukommen, ist noch offen. Auch der anstehende Hochschulpakt III, mit dem Bund und Länder zusätzliche Mittel in den Ausbau von neuer Studiengänge stecken, wird zusätzliche Studenten mit sich bringen. Allein die Bundesregierung stellt hierfür 9,9 Milliarden Euro bis 2023 bereit. Das bedeutet für Schleswig-Holstein Bundesmittel in Höhe von 240 Millionen Euro, das Land plant weitere 240 Millionen Euro Landesmittel für die dritte Phase des Hochschulpaktes für die Studienanfänger 2016 bis zum Jahr 2020.

„Der Landesregierung ist sehr bewusst, dass sowohl der gesetzliche Rahmen als auch die Mittelausstattung stimmen muss, um die Hochschulen im Land weiter voran zu bringen. Wir investieren daher mehr als je zuvor in unsere Hochschulen und setzen uns weiterhin für Verbesserungen ein. Mit dem Hochschulgesetz tragen wir dazu bei, dass der gesetzliche Rahmen stimmt“, sagte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit in einem Statement im März. Sicher ist damit noch nichts. Bevor Geld nach Heide fließt, müsse die Ministerin den Bedarf anerkennen, betont Rüdiger Günther, Kanzler der FHW.

Dann wäre auf jeden Fall ein Anbau notwendig. Den Platz und die Pläne gibt es bereits. Im Bauausschuss der Stadt hat Günther gerade grünes Licht für den Flächennutzungsplan bekommen. Der war wichtig. Mit dem Bau der Kita auf dem Hochschulgelände ist eine Fläche von rund 2000 Quadratmeter verloren gegangen. Platz, den die FHW nicht einfach verschenken kann. Den gibt es zum Glück noch reichlich.

Vis-à-vis zum Studentenwohnheim hat sich der Kanzler eine Fläche gesichert. Noch ist dies eine Wiese. Könnte in Zukunft aber Platz für ein weiteres Campusgebäude mit Büros, Hörsälen und ein zusätzliches Audimax liefern. Zurzeit gibt es am Rande bereits einen kleinen Energiepark – ausgestattet mit einer Windkraft- und einer PV-Anlage. Für den Strombedarf reicht das bei Weitem nicht. „Es ist sind Demoanlangen für den Studiengang Umweltgerechte Gebäudesystemtechnik“, erklärt der Kanzler.

In trockenen Tüchern ist die Erweiterung noch längst nicht. Günter ist überzeugt, dass noch Jahre vergehen werden, bis eine endgültige Entscheidung über eine dauerhafte Weiterentwicklung getroffen wird. Denn die Nutzungsdauer für ein Gebäude ist lang. Mindestens 30 Jahre. Für diesen Zeitraum müssen die Prognosen gestellt werden. Bis dahin wird sich die FHW mit dem Anmieten von Räumen begnügen müssen, um die ganzen Studenten unterbringen zu können. Dafür hat die FHW unter anderem das Telekom-Gebäude im Blick.

Der demografische Wandel macht dem keinen Strich durch die Rechnung. Der Rückgang an jungen Menschen werde durch die stärkere Neigung zum Studium ausgeglichen, erklärt Günther. Ungeklärt sei nur die Frage, ob die Politik dauerhaft die Fachhochschulen im Land stärke. „Was zu Lasten der Universitäten gehen würde“, macht der Kanzler deutlich. Eine Frage, so Günther, die das ganze Hochschulsystem berühre. Sicher ist für ihn nur eins: „Für die FHW ist ein langer Atem notwendig.“

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