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Hohenlockstedt : Explosives Training für Busfahrer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feuer löschen, Unfallopfer versorgen und richtige Vollbremsung: Schulung zum Tag der Bussicherheit auf dem Flugplatz Hungriger Wolf.

Sie geben Gas. Erreichen Höchstgeschwindigkeiten. Und dann eine Vollbremsung. Nur ein kurzer Bremsweg und der Bus steht. „Die Fahrer sollen die neuen Bremsassistenten testen und kennenlernen“, sagt Joachim Schack, Geschäftsführer beim Omnibus Verband Nord (OVN). Gemeinsam mit dem Verkehrsinstitut Nord (VIN) hatte dieser zum alljährlichen „OVN-Tag der Bussicherheit“ in die „Fahrwelt des Hungrigen Wolfes“ eingeladen. Zahlreiche Inhaber und Geschäftsführer aus führenden Busunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein waren auf das große Übungsgelände des VIN gekommen, um sich im Sinne der Berufskraftfahrerqualifizierung den ganzen Tag über die neuesten technischen Möglichkeiten der Bussicherheit zu informieren.

„Dafür wurden die 36 Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt“, erklärt Schack den umfangreichen Schulungstag, in dessen Rahmen neben der Theorie auch die Menschenrettung durch die Rettungsdienst Kooperation Schleswig-Holstein (RkiSH), das Notfallmanagement und Löschübungen (Feuerwehr Hohenlockstedt und Brandschutzservice Wolfgang Kasper) sowie die Vorstellung modernster Bremsassistenten standen. Eigens dafür hatten zahlreiche namhafte Bushersteller wie MAN, Mercedes, Scania, Iveco und VanHool ihre Omnibusse zur Verfügung gestellt. „Der Bus gehört noch immer zu den sichersten und klimafreundlichstes Fortbewegungsmitteln“, sagt Schack. Allerdings hätten Unternehmer und deren Fahrer auch immer wieder neue Herausforderungen und technische Veränderungen zu meistern. „Hier sprechen wir insbesondere das automatisierte und autonome Fahren an“, erklärt Schack. Auf dem Lehrplan stand gestern deshalb auch die Frage, ob sich Auffahrunfälle durch Assistenzsysteme vermeiden lassen.

Während der Übungsfahrten auf dem Gelände sollte zudem herausgefunden werden, wie man das Thema Sicherheit noch weiter optimieren könnte. „Wir informieren und zeigen in unserem Trainings-Rettungswagen unter anderem, welche Maßnahmen nach einem Unfall mit einem Massenanfall von Verletzten getroffen werden müssen sowie die Wundversorgung im Bus“, sagt Christian Mandel, während Kai Weingang und Timo Skupin von der Hohenlockstedter Wehr den Teilnehmern die Ausrüstung des Einsatzfahrzeuges vorstellte.

Als besonders interessant gestalteten sich die vom Itzehoer Brandschutzservice Wolfgang Kaspar präsentierten Brände und Explosionen. Dabei erfuhren die Unternehmer unter anderem, dass ein Pulverlöscher nicht für einen Reifenbrand geeignet sei, man einen Fettbrand niemals mit Wasser löschen oder dass ein Brand im Inneren des Busses stets nur mit kurzen Pulverstößen gelöscht werden sollte. „Sobald es qualmt, kokelt oder gar schon kleine Flammen zu einem entstehenden Brand übergehen, ist der Löschversuch mit Handfeuerlöschern, Wandhydrant oder anderen Selbsthilfeeinrichtungen schnell und zielgerichtet geboten“, erinnerte Kaspar die Busfahrer auch an die Pflicht, ihren Bus mit einem Feuerlöscher auszustatten.

Neben dem Grundlagenwissen vermittelte er den richtigen Umgang mit Feuerlöschern. „All das ist wichtig, weil der Busfahrer im Ernstfall als erster Maßnahmen ergreifen muss“, sagt Tim Hellfeuer vom VIN. Der Fahrer müsse schon vor einer Fahrt mit dem Bus darauf achten, dass alles der Sicherheit entspreche. „Bei einem Unfall ist er neben der Absicherung der Unfallstelle auch für die eventuelle Evakuierung der Passagiere sowie für die Erstversorgung der Verletzten zuständig.“ Trotz eines hohen Sicherheitsniveaus, so Schack, dürfe das Streben nach weiteren Sicherheitsoptimierungen keinesfalls nachlassen.

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