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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 16:14 Uhr

Übung : Explosion bei Abbruchfirma

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

  In Büttel fand mit fast 50 Helfern aus drei Feuerwehren eine Alarmübung statt.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2017 | 04:45 Uhr

Jörg Göttsche schaut auf die Uhr. Um Punkt 19.10 Uhr hat der Wehrführer von St. Margarethen der Elmshorner Leitstelle eine Explosion auf dem Gelände des Bütteler Abbruchunternehmens DWT gemeldet. Ewig erscheinende zwei Minuten später heulen im Dorf die Sirenen. Nach sieben Minuten sind die ersten Helfer vor Ort. Göttsche ist zufrieden. Dann übernimmt sein Stellvertreter Timm Schwarz als Einsatzleiter das Kommando.

Nur die recht entspannte Atmosphäre macht deutlich, dass die Freiwillige Feuerwehr im Rahmen einer Alarmübung hier den Ernstfall nur trainiert. Derweil lässt Schwarz sich von Firmenchef Marco Schlüter kurz die Lage schildern und verteilt dann seine Leute, von denen immer mehr eintreffen. Am Ende sind fast 50 Einsatzkräfte vor Ort, wobei die St.  Margarethener noch durch die Kameraden aus Landscheide und Kudensee unterstützt werden. Die haben dann auch alle Hände voll zu tun.

Zwei Mitarbeiter werden in dem ktt qualmenden Gebäude vermisst. Anneke Arentewicz und Eddy Cochrane mimen die Opfer. Die junge Frau wird von den mit schwerem Atemschutz ausgestatteten Helfern schnell gefunden. „Obwohl ich sogar noch eine Kiste Wasser in den Weg gestellt hatte“, schmunzelt Anneke. Bei ihrem vermissten Kollegen dauert die Suche etwas länger.

Derweil kümmern sich andere Helfer um zwei schwer verletzte DWT-Mitarbeiter, die in diesem Fall allerdings nur sorgsam präparierte Dummys sind. „Ihr könnt meinen Mitarbeiter doch nicht einfach für tot erklären“, treibt Marco Schlüter die Helfer zur Eile an. Feuerwehrmann Jürgen Dittebrandt kniet neben einem Opfer, dem ein Moniereisen aus dem Oberschenkel ragt. Er weiß: Bei Verletzten ist Zuspruch ganz wichtig. Inzwischen sind auch Hebekissen und Holzkeile herbeigeschafft. Mit deren Hilfe soll ein zweieinhalb Tonnen schweres Rohr angehoben werden, das einen Arbeiter überrollt hat. Timm Schwarz hatte rechtzeitig technische und auch ärztliche Hilfe angefordert. Ob im Ernstfall bei dem Arbeitsunfall die Hilfe noch rechtzeitig gekommen wäre, bleibt zum Glück eine theoretische Frage.

„Bis auf ein paar Kleinigkeiten“ ist Wehrführer Göttsche mit der Arbeit seiner Leute hoch zufrieden. Die Kommunikation habe ebenso „hervorragend“ geklappt wie die Zusammenarbeit der Helfer aus unterschiedlichen Wehren. Und 50 Feuerwehrleute direkt aus dem Feierabend geholt, ist auch kein schlechtes Ergebnis.

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