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Gerichtsurteil : Exhibitionist zu Bewährungsstrafe verurteilt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

20-Jähriger belästigt 64-jährige Frau in seiner Wohnung / Angeklagter wird nach Jugendstrafrecht verurteilt

,,So was hat man früher als Sittenstrolch weggesperrt“, verdeutlichte Strafrichter Reinhard Bischof dem 20-jährigen Angeklagten und setzte noch hinzu ,,für immer“. Exhibitionismus warf Staatsanwalt Dirk Stücker dem Glückstädter vor, wofür dieser am Ende der Verhandlung zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde.

Am 12. März diesen Jahres belästigte der Glückstädter in seiner Wohnung eine 64-jährige Energieberaterin aus Hamburg. Sie hatte ihn aufgesucht, um ihm Strom- und Gasverträge anzubieten. Während die Frau nach dem Stromzähler suchte, manipulierte der nur mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidete junge Mann an seinem Genital herum. Sie verließ daraufhin die Wohnung und ,,war froh, als ich da wieder raus war“, wie sie Richter Bischof verriet.

Der hatte die Geschädigte, eine Polizeibeamtin, den Jugendgerichtshelfer und die Bewährungshelferin des 20-Jährigen als Zeugen einbestellt. Vom Tatvorwurf her zeigte sich der arbeitslose, von Grundsicherung lebende Angeklagte geständig, allerdings ohne sich seiner Schuld bewusst zu sein. Das wurde klar, als Richter Bischof ihn fragte, ob er sich nicht bei der Frau entschuldigen wolle. ,,Nö“, antwortete der Angeklagte. Bei seiner polizeilichen Vernehmung sagte er, er könne in seiner Wohnung machen, was er wolle.

Der Jugendgerichtshelfer berichtete über den Angeklagten: ,,Er lebt unmotiviert in den Tag hinein.“ Obwohl der junge Mann selbstständig in eigener Wohnung lebt, attestierte der Helfer ihm Reifeverzögerungen und brachte den 20-Jährigen so in den Genuss des milden Jugendstrafrechts. Eine ,,ausgeprägte soziale Anpassungsstörung“ mit sozialen Ängsten und Depressionen attestierte ihm seine Bewährungshelferin. ,,Schwierig ist, dass er glaubt, dass er keine psychiatrische Hilfe braucht“, sagte sie. ,,Ich würde nicht sagen, dass ich psychisch krank bin“, schätzte der junge Mann selbst seine seelische Verfassung ein.

Staatsanwalt Stücker wies auf die vier Vorstrafen, unter anderem wegen Raubs mit gefährlicher Körperverletzung hin. ,,Betäubungsmittel, Gewalt und jetzt Sex“, fasste Stücker seine Sicht der Dinge zusammen. Neun Monate Jugendstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung und die Fortführung der Gespräche beim Sozialpsychiatrischen Dienst, forderte Stücker. Richter Bischof machte den Antrag der Anklage zu seinem Urteil.


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