Ex-Freundin belästigt: Geldstrafe für 26-Jährigen

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24. Juli 2015, 12:38 Uhr

Mindestens 236mal stellte ein 26-jähriger Arbeiter aus Wilster seiner Ex-Freundin (22), ebenfalls aus Wilster, nach. Einmal beleidigte er sie dabei zudem als „Schlampe und Miststück“. Dafür gab es jetzt vor dem Itzehoer Amtsgericht die Quittung, serviert von Strafrichter Malte Zander. Dieser verurteilte den bis dato unbescholtenen jungen Mann wegen Nachstellung, in einem Fall begangen in Tateinheit mit Beleidigung zu 3600 Euro Geldstrafe (90 Tagessätze zu je 40 Euro).

Die Strafe entspricht etwa drei Nettomonatseinkommen des ledigen Arbeiters. Die darf er in 40 Monatsraten zu jeweils 90 Euro abstottern.

So wird er über drei Jahre daran erinnert, was er seiner Ex-Freundin im Zeitraum Weihnachten 2013 bis Mai 2014 angetan hat. Immer wieder bombardierte er sie mit SMS, lauerte ihr bei der Arbeit in Itzehoe auf, ebenso wie in der Disko in Schenefeld oder nahe ihrer Wohnung in Wilster. Er rückte ihr regelrecht auf die Pelle, legte seinen Kopf auf ihre Schulter, riss ihr immer wieder die Kopfhörer aus den Ohren. Zwischen Betteln und Aggression schwankten, so sagte die Frau im Zeugenstand, seine Gefühle und hätten bei ihr sehr viel Angst erzeugt.

Zweimal ging die junge Frau zur Polizei und erstattete Strafanzeige, einmal ohrfeigte sie ihren Ex, einmal prügelte sich ein Freund von ihr mit ihm, alles ohne Wirkung. Erst eine Gefährderansprache der Polizei, die zweite Anzeige und vor allem die Beschuldigtenvernehmung auf der Wache brachten den liebestollen Arbeiter zur Raison.

Vor Gericht zeigt er sich geständig, gleichwohl schob er vieles auf Alkohol und Anti-Depressiva, auf Einsamkeit und Verlust der Arbeit sowie seines Freundeskreises. ,,Ich habe damit übertrieben“, gab er immerhin zu. Zu einer Entschuldigung gegenüber der Ex reichte es dennoch nicht.

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