Titel im Oldtimerpflügen : Europameister mit 22 Pferdestärken

Hat es nach mehreren Anläufen geschafft: Bei dem Wettkampf in Belgien setzte sich Hein Ramm gegen die gewohnt starke Konkurrenz vor allem aus Großbritannien durch und holte den gläsernen Wanderpokal erstmals auf den Kontinent.
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Hat es nach mehreren Anläufen geschafft: Bei dem Wettkampf in Belgien setzte sich Hein Ramm gegen die gewohnt starke Konkurrenz vor allem aus Großbritannien durch und holte den gläsernen Wanderpokal erstmals auf den Kontinent.

Hein Ramm aus Heiligenstedten legt bei den Titelkämpfen im Oldtimerpflügen in Belgien die perfekte Furche hin.

shz.de von
21. August 2018, 10:09 Uhr

Ein Steinburg er ist neuer Europameister im Oldtimerpflügen. Bei den Titelkämpfen im belgischen Sint-Truiden setzte sich Hein Ramm aus Heiligenstedtenerkamp gegen die in der Vergangenheit übermächtige Konkurrenz aus Großbritannien durch und holte den gläsernen Wanderpokal erstmals auf den Kontinent.

Für den 65-Jährigen geht damit ein Traum in Erfüllung. Vor zehn Jahren war er bei den Europameisterschaften in Süd-England Dritter geworden, 2011 schaffte er es in Holland auf Rang zwei.

Hein Ramm hatte sich in den Wochen zuvor auf dem Acker der Familie Lüschow in Huje mit zahllosen Trainingseinheiten intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Seinen 65 Jahre alten und 22 PS starken Lanz Bulldog D 2206 und seinen Zwei-Schar-Pflug der Marke Eberhard Katar (Baujahr 1949) hatte er noch einmal mit Zusatzgewichten von insgesamt einer halben Tonne beschwert. Der auch in Belgien knochentrockene Boden spielte ihm in die Karten. „Das ist die Krone“, freut er sich und fügt schmunzelnd hinzu: „Hat auch lange genug gedauert.“

Sein rund zweieinhalb Tonnen schweres Fuhrwerk hatte er per Truck-Service nach Belgien bringen lassen. Gemeinsam mit seinen Itzehoer Freunden Werner Frings und Lars Krage, die vor Ort als Head Stuart beziehungsweise Kampfrichter im Einsatz waren, reiste er an den Schauplatz rund 40 Kilometer westlich von Antwerpen. Seit 14 Jahren ist Ramm, der bereits zahlreiche nationale Trophäen in seiner Sammlung hat, auch auf internationalem Parkett unterwegs. Vor zwei Jahren landete er bei den ersten Weltmeisterschaften im Oldtimerpflügen sogar schon auf einem hervorragenden zweiten Platz.

Den jetzigen Erfolg schätzt Ramm selbst aber sehr viel höher ein – wegen härterer Konkurrenz und weil eine WM nur alle zehn oder zwölf Jahre stattfindet. Und weil er es im wiederholten Anlauf endlich geschafft hat, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. „Man geht wie durch einen Tunnel. Das sind vier Stunden höchste Konzentration“, beschreibt der Europameister seine Gefühle im Wettkampf. Am Ende legte er die perfekte Furche auf den Acker.

Sein Dauerrivale, der Brite John Milnes, habe im als erster gratuliert, freut sich Ramm. In Großbritannien ist das Oldtimerpflügen Kult. Hier pilgern Zehntausende zu den Wettbewerben, die auf der Insel zumeist mit Schleppern der Marke Massey Ferguson absolviert werden. Ganz besonders freut sich Ramm über den girlanden-geschmückten Empfang, den ihm seine Heimatgemeinde bereitet habe.

Jetzt denkt er schon an den nächsten Wettkampf. In drei Wochen will Hein Ramm bei den Deutschen Meisterschaften in Niedersachsen wieder oben mitmischen und sich für die nächste EM qualifizieren. „Das hat schon ein gewisses Suchtpotenzial“, sagt er.

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