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Regionalförderung : Europa macht 30 Millionen für die Westküste locker

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Förderpaket exklusiv für die Westküste als Starthilfe für gemeinsame Projekte aus vier Landkreisen stellt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer in Heide vor.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Das sei in Europa einmalig, betonte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gestern in Heide: Fördergelder aus dem neuen EU-Programm Integrierte Territoriale Investition (ITI) fließen gezielt in nur eine Region. Das habe Modellcharakter.

Gefördert werden sollen auf diese Weise gemeinsam entwickelte Projekte aus den vier Landkreisen Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland, die sich mit erneuerbaren Energien befassen und einem Ressourcen schonenden Tourismus. Bereits im März kommenden Jahres sollen diese Projekte soweit formuliert sein, dass im folgenden halben Jahr die stärksten Ideen zur förderfähigen Projektreife gebracht werden können. Schon 2016 könnten so die ersten Ideen umgesetzt werden. Verteilt sind die 30 Millionen auf sieben Jahre, hinzu kommen zwei Jahre als Puffer. Das heißt, 2022 gibt es das letzte Geld.

„Das ist eine Riesenchance“, betonte Meyer, der das Vorhaben in der Fachhochschule Westküste vor 150 Gästen erläuterte. Immerhin stünden der Region mit ITI mehr als 11 Prozent des schleswig-holsteinischen Budgets aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung zur Verfügung. Damit, so Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen, käme eine Region mit rund 735 000 Menschen – 26 Prozent der Einwohner des nördlichsten Bundeslands – in den Genuss der geförderten Projekte.

Diese zu entwickeln, wird Aufgabe des Westküstenbeirats sein. Das 30-köpfige Gremium unter Vorsitz von Staatssekretär Dr. Frank Nägele hat seit Gründung vor zwei Jahren fünf Mal getagt und sei bereits dabei, gute Ideen zu entwickeln. Der richtige Weg, so Nägele: „Wir wollen zeigen, dass dieses Gebiet lebt.“

Daran hat Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant keinen Zweifel: „Wir sagen: Lasst uns als Westküste denken!“ Seit sich der Beirat formiert habe, seien zunehmend mehr kreisübergreifende Themen entwickelt worden.

Dass es es letztlich nur so geht, machte Nägele deutlich: Denn zwischen 2007 und 2013, der abgelaufenen Förderperiode, sei es nicht gelungen, größere Projekte anzuschieben. Das müsse sich jetzt ändern, fordertre auch Minister Meyer. „Liefern Sie kluge Ideen und verwandeln Sie diese in innovative Konzepte“, gab er den Teilnehmern der Info-Veranstaltung in Heide mit auf den Weg. „Die Westküste hat spezifische Gegebenheiten, die niemand besser kennt als Sie vor Ort.“

Unabhängig von ITI werde der Westküstenbeirat aber auch – aus anderen Töpfen zu finanzierende – Inhalte weiter verfolgen: Ausbau der Infrastruktur, des Breitbandnetzes und auch der Häfen, allen voran die geplante, 70 Millionen Euro teure Vielzweckpier in Brunsbüttel, an der sich das Land mit 90 Prozent beteiligen will. Hier setzt Meyer auf die Vernetzung der Beteiligten untereinander.

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