Eulenschützer starten Pilotprojekt

Seltener Gast: Der Steinkauz.   Foto: Willer
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Seltener Gast: Der Steinkauz. Foto: Willer

Landesverband ruft "Steinkauzfreundlichen Hof" ins Leben / Erste Plakette geht an das Ehepaar Elke und Uwe Lück in Auufer

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11. November 2011, 03:59 Uhr

Auufer | Er ist kleiner als eine Taube, plumper als eine Amsel und wiegt mit rund 200 Gramm deutlich mehr als eine Drossel - der Steinkauz. Die Kleineule, die schon bei den alten Griechen als Sinnbild der Weisheit galt, ist in Schleswig-Holstein allerdings ein seltener Gast geworden. Um die Population wieder zu steigern, hat der Landesverband für Eulenschutz jetzt den ersten "Steinkauzfreundlichen Hof" prämiert. Mit der Gebäudeplakette zeichnete Frank Steiner aus Kellinghusenen, der auch Initiator des Projektes ist, den landwirtschaftlichen Hof von Elke und Uwe Lück in Auufer aus.

"Der Steinkauz ist in Schleswig-Holstein stark gefährdet, und der Hof des Ehepaares Lück ist etwas ganz besonders, da dort der Steinkauz noch bis vor kurzem gebrütet hat", sagt Steiner. Im Geestbereich des nördlichen Kreises Pinneberg und im südöstlichen Kreis Steinburg existiere noch eine kleinere Restpopulation des Steinkauzes, die zur nachhaltigen Aufrechterhaltung durch gezielte Maßnahmen gestärkt werden müsse, betont der Eulen-Experte. Steiner betreut in dem Gebiet 16 Brutpaare, insgesamt gibt es im Land 155 Steinkauz-Paare.

"Wir helfen dem Steinkauz bereits seit vielen Jahren, indem unsere Gebietsbetreuer auf geeigneten Höfen in Kooperation mit den Eigentümern spezielle Nistkästen aufhängen", sagt Dirk-Peter Meckel, langjähriger Projektleiter für Steinkauz und Schleiereule beim Landesverband. Nachhaltige Maßnahmen seien für den Erhalt der Steinkauze notwendig, denn der Verlust steinkauzgerechter Lebensräume schreite weiterhin voran. Insbesondere der zunehmende Rückgang von Dauergrünlandflächen und kleinbäuerlichen Strukturen machen den Eulenschützern Sorge, da wichtige Nahrungs- und Rückzugsräume verloren gingen.

Neben dem Angebot künstlicher Nisthilfen seien aber auch weitere Maßnahmen zur langfristigen Sicherung und Aufwertung der Lebensräume notwendig, betonen Meckel und Steiner. Deswegen startete der Landesverband jetzt in den Kreisen Steinburg und Pinneberg das Pilotprojekt "Steinkauzfreundlicher Hof". Bis Ende 2012 werden Betriebe prämiert, auf denen - wie auf dem Hof der Familie Lück - der Steinkauz noch bis vor kurzem brütete oder gegenwärtig noch erfolgreich brütet und auf denen mit finanzieller Förderung des Kieler Umweltministeriums Maßnahmen erprobt und umgesetzt werden. Beim Ehepaar Lück werden unter anderem hockstämmige Obstbäume gepflanzt, die Steinkäuze später einmal besiedeln sollen. "Die Steinkauzpopulation des Projektgebietes soll durch geeignete Maßnahmen nach Möglichkeit mittelfristig so gestärkt werden, dass auch neue Standorte nachhaltig besiedelt werden", erklärt Dr. Helge Neumann von der Artenagentur Schleswig-Holstein, die den Landesverband Eulenschutz bei dem Projekt unterstützt.

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