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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 08:08 Uhr

Essen vergessen - Wohnung brennt

vom

Mieter zieht sich schwere Rauchverletzungen zu/Auch Polizeibeamter und Feuerwehrmann verletzen sich

Glückstadt | Dramatische Augenblicke gestern am frühen Nachmittag in der Flensburger Straße. Dort war es in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses zu einem Küchenbrand gekommen. Die ausgelösten Rauchwarnmelder alarmierten nicht nur die Nachbarschaft, sondern auch den schlafenden Mieter. Dieser begab sich nur mit einer Unterhose bekleidet auf den Balkon seiner zu diesem Zeitpunkt bereits komplett verqualmten Erdgeschosswohnung. Zum Glück befand sich die Besatzung eines Streifenwagens wegen eines anderen Einsatzes bereits in Nähe der Flensburger Straße. Die beiden Polizisten waren deshalb bereits 30 Sekunden nach Eingang des Alarms und weit vor der Feuerwehr am Ort des Geschehens. Der Mieter stand zu diesem Zeitpunkt noch immer unschlüssig im Qualm auf dem Balkon. Ein Polizeibeamter sprang deshalb auf den Balkon, um den 52-jährigen Glückstädter in Sicherheit zu bringen. Dieser lief jedoch auf einmal aus unerklärlichen Gründen in die von giftigen schwarzen Qualm gefüllte Wohnung zurück. Der Polizist reagierte sofort und rannte hinterher, um den Mann zu retten. Der pechschwarze beißende Qualm und fehlende jegliche Sicht zwangen ihn dann aber zur Aufgabe.

Kurz darauf erschien der Mieter wieder auf dem Balkon und wurde endgültig gerettet. Um dessen lebensbedrohliche Rauchvergiftung kümmerten sich dann Rettungsdienst und Notarzt. Der Polizeibeamte erlitt eine leichte Rauchvergiftung und wurde ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert.

Inzwischen hatten sich Einsatzkräfte der mit vier Fahrzeugen zur Flensburger Straße 54 ausgerückten Glückstädter Feuerwehr gewaltsam Zutritt in die Brandwohnung verschafft. Auch von der rückwärtigen Gebäudeseite wurde mit Hilfe einer Steckleiter versucht, über den Balkon in die Wohnung zu gelangen. Als feststand, dass sich keine weiteren Personen mehr in der Brandwohnung befinden, konnten sich die unter Atemschutzgeräten arbeitenden Feuerwehrleute auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Dabei kam es zu einem weiteren Unfall: Ein Feuerwehrmann rutschte von der Arbeitsplattform des Einsatzfahrzeuges und stürzte im Fallen unglücklich über einen ausgerollten Schlauch. Auch er wurde nach längerer Erstversorgung neben dem Feuerwehrwagen auf der Straße liegend vom Rettungsdienst ins Krankenhaus eingeliefert. Wie schwer dessen Verletzung ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Den Küchenbrand hatten die Einsatzkräfte am Ende schnell unter Kontrolle. Wie die Polizei mitteilt, ist die Wohnung dennoch nicht mehr bewohnbar: Durch die Hitze fiel in der Küche der Putz von den Wänden und alle übrigen Räume sind mit einem schmierigen schwarzen Rußfilm verschmutzt. Den entstandenen Schaden beziffert die Polizei deshalb auch auf rund 30000 Euro.

Die abschließenden Ermittlungen der Brandursache übernimmt jetzt die Kripo Itzehoe. Nach ersten Erkenntnissen hat der Mieter den Küchenbrand selbst verursacht. "Auf dem Herd ist das in Vergessenheit geratene Mittagessen in Brand geraten. Flammen griffen dann auf die Dunstabzugshaube und daneben stehende Küchenmöbel beziehungsweise den Kühlschrank über und sorgten so für den schwarzen Qualm", sagte Einsatzleiter Sven Ferk.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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