Theater Itzehoe : „Es muss jetzt losgehen“

Sopranistin Anna Schoeck singt Wagner und Kálmán.
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Sopranistin Anna Schoeck singt Wagner und Kálmán.

Die neue Spielzeit im Theater Itzehoe beginnt am Freitag: Das Landestheater präsentiert das Programm „Auftakt“.

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05. September 2018, 15:02 Uhr

Auftakt! Mit diesem Programm eröffnet das Schleswig-Holsteinische Landestheater morgen die Spielzeit im Theater Itzehoe. Direktorin Ulrike Schanko (62) blickt im Gespräch mit Lars Peter Ehrich voraus. Und die Ruhrgebietlerin erklärt, womit die Norddeutschen sie überraschen.

Sie haben den „Auftakt“ schon in Rendsburg erlebt. Ihr Urteil?

Das war ein richtiger Auftakt, wie man sich das vorstellt. Zum einen wegen des Gefühls, dass es endlich wieder losgeht. Zum anderen macht es viel Spaß, die Künstler alle wiederzusehen und auch zu sehen, wie sich die Neuen ins Ensemble einfügen. Es ist wirklich unser Landestheater, man ist denen schon sehr nah. Das Programm beginnt mit Oper und wird immer „leichter“. Es startet mit dem „Fliegenden Holländer“ von Wagner, der im nächsten Jahr auch hier ist – richtig dicke Ouvertüre, entfesselte Elemente und man denkt: Au ja, Emotionen! Dazwischen gibt es sehr ruhige Stücke, auch ganz unbekannte. Es war ein schöner Abend, richtig rund.

Ist unser Theater bereit für die Spielzeit?

Natürlich, wir scharren schon mit den Hufen. Der Sommer war lang dieses Jahr, habe ich den Eindruck. Vielleicht lag es an dem schönen Wetter, dass man irgendwie ein anderes Gefühl hatte über die Sommerpause. Es muss jetzt losgehen.

Sehen das die Zuschauer auch so – Stichwort Abo-Verkauf?

Ich glaube schon. Wir sind bei den Fest-Abos stabil, auch der Verkauf der Wahl-Abos läuft mit aktuell 170 gut an. Das ist sogar etwas besser als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Also kein Grund, sich Sorgen zu machen. Die Kündigungen, die wir hatten, erfolgten alle aus Altersgründen, aber wir haben sie auffangen können. Keine Klagen über das Programm, toi, toi, toi.

Ist auch das Gebäude bereit für die Spielzeit?

Ja, ist es. Wir sind gerade bei den letzten Schritten bei der Regelungstechnik, damit vernünftig klimatisiert werden kann. Das musste alles umgerüstet werden, wir werden es viel billiger hinbekommen als ursprünglich befürchtet. Wir hoffen, dass es Freitag von allein funktioniert – und wenn nicht, kann die Technik von Hand nachsteuern.

Es wird Ihre achte Spielzeit in Itzehoe – was hat Sie in dieser Zeit am meisten überrascht?

Ich hätte nie gedacht, dass Kollegen, die länger hier sind, Recht haben mit Aussagen wie „Komödien gehen hier nicht“. Das scheint tatsächlich so zu sein.

Lachen Itzehoer und Steinburger nicht so gern?

Ich weiß es nicht. Vielleicht ist der Bedarf an Komödien einfach abgedeckt mit den fünf Stücken, die die Itzehoer Speeldeel hier bringt. Dennoch: Eine Komödie im Jahr muss bei mir in die Fest-Abos, weil ich meine, man muss das Gesamtspektrum abdecken. Deshalb versuche ich auch immer, ein ungewöhnliches Konzert in den Spielplan zu bringen. Ich freue mich besonders auf das Konzert mit den Bremer Philharmonikern und Helen Schneider, die ein Songprogramm macht im zweiten Teil. Das ist etwas anderes – das muss aber auch mal sein.

Noch einmal zum Thema Komödie: Humorlosigkeitist nicht die Ursache?

Nein, das kann man nicht sagen. Aber manchmal ist es erstaunlich, wie eine Veranstaltung läuft, das Publikum da sitzt und man denkt: Na, sind sie noch da? Und am Ende wird plötzlich frenetisch applaudiert, wo man sich fragt: Warum lassen sie nicht vorher mal ein bisschen raus?

Norddeutschland halt.

Ja, das ist dann wohl so (lacht).


> „Auftakt“ morgen, 19.30 Uhr, im Theater. Restkarten für 10 Euro unter 04821/670931 oder per Mail an theaterkasse@itzehoe.de

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