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Jugendparlament in Wilster : „Es könnte deutlich mehr passieren“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Wilsteraner Kinder- und Jugendparlament wird 20 Jahre alt. Ein Gespräch mit Sprecherin Tjara Rogge.

Seit drei Jahren engagiert sich Tjara Rogge im Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) der Stadt Wilster. Die 19-jährige Schülerin ist eine von zwei Vertreterinnen, die der MTV Wilster entsandt hat. Ein Jahr ist sie noch mit dabei. Dann ist sie mit der Schule fertig und möchte ein Studium zur Grundschullehrerin absolvieren.

Wie gefällt es Dir, Jungparlamentarierin zu sein?
Tjara Rogge: Total gut! Es ist eine gute Sache, dass es solch ein Gremium für Kinder und Jugendliche gibt. Die Arbeit bringt wirklich viel Spaß. Man wird als Jugendlicher von den Erwachsenen respektiert und ernst genommen. Wir haben die Möglichkeit bei einigen Themen mitzureden und können auch eigene Ideen einbringen und realisieren. Dadurch, dass immer auch einige Erwachsene dabei sind, lernt man eine Menge, wie beispielsweise Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Es heißt doch KiJuPa. Stört es Dich nicht, wenn Erwachsene dabei sind?
Nein, absolut nicht. Wie ich schon sagte, kann man ja viel von ihnen lernen. Manchmal haben wir vermeintlich gute Ideen, doch bei näherer Betrachtung gemeinsam mit den Erwachsenen sehen wir Jungparlamentarier dann erst die Fallstricke, die mit dem einen oder anderen Vorhaben verbunden sind. Auf der anderen Seite lernt man aber auch sich durchzusetzen. Beispielsweise wenn die Erwachsenen an alten Vorgehensweisen festhalten wollen, wir jedoch sicher sind, dass unser Weg für die Jugendlichen besser geeignet ist. Die Erwachsenen, die dabei sind, nehmen eher eine beratende Funktion ein. Am Ende entscheidet das KiJuPa was und wie es laufen soll.

Was würdest Du Dir als Jugendliche für Wilster wünschen? Was müsste anders sein?
Nach meinem persönlichen Empfinden müsste sich gar nicht viel ändern. Ich finde, dass Wilster gerade für Kinder und Jugendliche einiges zu bieten hat. Wir haben zahlreiche Sportvereine, das Jugendzentrum, Spielplätze, ein Schwimmbad und Sportstudio was soll man denn noch alles Anbieten. Das Thema offenes WLan stand mal im Raum, aber da halte ich nichts von. Immer weniger Kinder und Jugendliche nutzen das bestehende Angebot. Das liegt zum einen sicher an den Ganztagsschulen. Ich persönlich habe aber auch den Eindruck, dass an dieser Entwicklung ebenfalls die Eltern beteiligt sind. Diese stehen nicht mehr so hinter ihren Kindern und unterstützen sie nur in seltenen Fällen bei ihren Aktivitäten.

Wie stellst Du Dir die Zukunft des KiJuPa in Wilster vor?
Wir sind derzeit durchschnittlich nur noch vier bis sechs Jugendliche. Das ist natürlich viel zu wenig. Ich würde mir wünschen, dass sich wieder mehr Kinder und Jugendliche im KiJuPa engagieren. Grundsätzlich kann jeder an unseren Sitzungen teilnehmen und eigene Ideen für Veränderungen und Veranstaltungen einbringen. Wir haben ja schon einiges auf die Beine gestellt, wie beispielsweise das Schwimmfest oder Zeitzeugentreffen, haben uns an den Diskussionen um die Gestaltung des Jahrmarktes und der Spielplätze beteiligt sowie dafür gesorgt, dass an der Bahnüberführung am Büttel ein Fahrradständer für die Schüler aufgestellt wurde. Aber es könnte noch deutlich mehr passieren, wenn sich mehr Jugendliche im KiJuPa engagieren würden.

Kannst Du Dir vorstellen, später auch in der Kommunalpolitik aktiv zu werden?
Nach meinem Studium könnte ich mir durchaus vorstellen, mich weiterhin kommunalpolitisch zu engagieren. Ich halte es auch für wichtig. Es ist leicht, sich hinzustellen und über alles zu meckern. Wenn man sich an etwas stört, dann muss man sich selber auch dafür einsetzen, dass es sich ändert, ansonsten verändert es sich wohlmöglich nie.



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