Es geht um die Menschen

Behinderten-Beauftragter zur Kreishaus-Diskussion

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02. Juli 2014, 16:54 Uhr

In die Diskussion um die Kreishaus-Fassade schaltet sich jetzt auch der Beauftragte des Kreises Steinburg für Menschen mit Behinderung, Dietrich Haeberlein, ein. Er äußert Verständnis für die Positionen beider Seiten, macht aber auch klar: „Es muss Schluss sein mit den zum Teil unzumutbaren, nach heutigen Maßstäben zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter und den unwürdigen Bedingungen für Besucher.“

Kritisch setzt sich Haeberlein dabei mit den öffentlichen Auseinandersetzungen der vergangenen Wochen auseinander: „Beiden Gruppen haben sich Bürgerinnen und Bürger angeschlossen, beide Gruppen können durchaus inzwischen als verfeindet gelten. Beschimpfungen, Unterstellungen, unwahre Behauptungen, Misstrauen usw. beherrschen die mit großem Engagement von beiden Seiten geführte Auseinandersetzung.“

Aus Sicht des Beauftragten für Menschen mit Behinderung ist „jetzt eine klare Entscheidung gefordert“. Die kann nach Ansicht von Dietrich Haeberlein nur so ausfallen: „Unter Einbeziehung meiner 30-jährigen Ortskenntnis, der klaren Stellungnahme des Personalrates der Kreisverwaltung, der übereinstimmenden Äußerungen von Menschen mit Beeinträchtigungen nach einer Begehung und nicht zuletzt der eindeutigen Stellungnahme der Agenda 21 stimme ich – wenn auch schweren Herzens – gegen den Fassadenerhalt.“ Haeberlein fügt hinzu: „Es geht mir um die Menschen hinter den Fassaden.“ Es gehe aber auch um eine umfassende Barrierefreiheit, die bei einem Fassadenerhalt wegen der unterschiedlichen Geschosshöhen nicht oder nur unzureichend herstellbar sei. Natürlich gehe es darüber hinaus auch um Raumgrößen, Tür- und Flurbreiten, nicht zuletzt auch um Sanitäranlagen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Und dies nicht nur im Hinblick auf Besucher, sondern ganz besonders auch im Hinblick auf die Mitarbeiter.

Abschließend stellt Haeberlein fest: „Zur Zeit leisten wir uns hier vor Ort einen unbeschreiblichen Luxus: Statt unsere Kräfte zu bündeln, zersplittern wir sie!“ Probleme wie Bevölkerungsrückgang, Entwicklung der Altersstruktur und viele weitere seien die Probleme, an deren Lösung man heute arbeiten müsse. „Und diese Arbeit können wir nur gemeinsam erfolgreich leisten!“

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